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Tropenmedizin - SCORE (Forschungsaustausch)
von Mario, Hürth

Motivation

Für mein wissenschaftliches Projekt an der Universität zu Köln entschied ich mich nach dem 2. Semester einen SCORE Aufenthalt in Thailand zu absolvieren. Es klingt für mich einfach sehr reizend im Ausland Teil eines Forschungsprojektes – vor allem im Ausland - sein zu dürfen. Thailand stellte für mich ein optimales Land dar, da ich schon immer Mal die südostasiatische Kultur kennenlernen wollte und das Land als sehr gastfreundlich einschätze. Außerdem finde ich es sehr interessant an exotischeren Krankheiten, in meinem Fall der Leishmaniose, zu forschen. Meine Aufgabe im Labor bestand darin, anhand einer gegebenen Probe eine Detektion auf den Leishmania-Parasiten mittels mehrerer gentechnischer Verfahren vorzunehmen.

Vorbereitung

Meiner Meinung nach ist einer der wichtigsten Aspekte genug Zeit einzuplanen. Da das Studium - wie wir alle wissen - sehr zeitintensiv sein kann, sollte man einen ausreichenden Puffer an Zeit einplanen. Von der BVMD habe ich bereits während meiner OE im ersten Semester erfahren. Da ich nur von positiven Erfahrungen sprechen kann, empfehle ich euch, euch bei Schwierigkeiten an das Team der BVMD zu wenden, da diese wirklich sehr freundlich und zuvorkommend sind

Visum

Ein Visum für einen Aufenthalt in Thailand unter 30 Tagen ist nicht notwendig. Im Flugzeug bekommt man bereits ein Formular, das man ausfüllen muss. Am Flughafen wird dieses kontrolliert und man erhält für 30 Tage ein Visum. Falls man länger als 30 Tage bleibt, sollte man sich möglichst frühzeitig oder auch vor Ort um ein Visum kümmern.

Gesundheit

Da ich zwischendurch noch in Thailand selbst und nach Kambodscha gereist bin, hatte ich eine Malariaprophylaxe dabei. Für die meisten Regionen Thailands ist dies zwar nicht notwendig, in Kambodscha hingegen besteht in weiten Teilen des Landes ein „geringes Risiko“ an Malaria zu erkranken. Eine Hepatitis A und B Impfung würde ich persönlich empfehlen. Am besten informiert man sich bei der Reiseimpfstelle der jeweiligen Universität. In Köln konnte mich diese ausführlich beraten und weiterhelfen. Eine Impfpflicht, beispielsweise wie es bei Gelbfieber in manchen Ländern der Fall ist, besteht in Thailand nicht. Jedoch sollte man sich vorher informieren, ob das jeweilige Krankenhaus nicht doch einen gewissen Impfschutz verlangt.

Sicherheit

Eine zusätzliche Versicherung habe ich nicht abgeschlossen. Die Sicherheitslage in Bangkok würde ich nach meinem Empfinden nicht anders als in anderen Großstädten beschreiben. Nichtsdestotrotz sollte man auf seine Wertgegenstände stets aufpassen, insbesondere während man auf dem Markt ist. In meinem gesamten Aufenthalt fühlte ich mich in Thailand stets sicher.

Geld

Die Währung in Thailand nennt sich Baht. In kleineren Supermärkten wird auch der Euro akzeptiert, jedoch empfehle ich definitiv bereits zu Beginn der Reise eine kleine Menge an Baht zu besitzen, da gerade der Taxitransfer den Euro nicht akzeptiert oder demnach mehr verlangt. Mit der Kreditkarte kann man in großen Geschäften Bangkoks zahlen, in ländlicheren Gebieten und in kleineren Supermärkten sollte man jedoch auf Bargeld setzen. Das Abheben von Geld mit der Kreditkarte geht mit einer Gebühr von circa 5-6 Euro einher.

Sprache

Es ist definitiv von Vorteil in Thailand thailändisch zu sprechen. Zum Einem merkt man gerade auf dem Markt, dass die Preise für Touristen höher sind. Zum anderen kam es öfters vor, dass das Englisch des Forschungsteams nicht sehr flüssig war. Auch ich merkte, dass der Gebrauch von medizinischen Vokabular manchmal etwas holprig sein konnte. Im Endeffekt hilft jedoch auch ein Internet Übersetzer oder eben Hände und Füße

Verkehrsbindungen

Meine Kontaktpersonen haben mir dazu geraten das Taxi zu benutzen. Das Taxi ist in Thailand ein gebräuchliches Verkehrsmittel, der Startpreis liegt bei 35 Baht. Am besten sollte man das Taximeter benutzen. Fragt man vor der Fahrt nach dem Preis, so versuchen die meisten Taxifahrer eine für thailändische Verhältnisse viel zu teure Fahrt zu verkaufen. Da hilft es nur hartnäckig zu bleiben.

Kommunikation

In dem Studentenwohnheim erhält jeder Student einen eigenen Internetzugang, der normalerweise auch ohne Probleme funktioniert. Dadurch war es also sehr einfach den Kontakt mit der Heimat aufrecht zu erhalten. Auch auf der Arbeit erhält man für gewöhnlich einen Internetzugang, der gerade bei sprachlichen Barrieren sehr hilfreich sein kann.

Unterkunft

Ich bin in einem Studentenwohnheim untergekommen, das zu Fuß nicht weiter als fünf Minuten von meiner Station entfernt war. Ich kam in ein 4er Zimmer, das ich jedoch mit meinem Kommilitonen, mit dem ich nach Thailand gereist bin, für uns alleine hatten. Über die Unterkunft kann ich mich nicht beschweren. Nachts war es ruhig und es war ein kleines Fitnessstudio integriert, das pro Besuch nur 10 Baht kostete.

Literatur

Für meinen Forschungsaufenthalt nahm ich keine Literatur mit, da Vorkenntnisse nicht verlangt wurden. Mein betreuender Professor stellte mir jedoch viele Bücher über die Leishmaniose zur Verfügung, welche ich glücklicherweise benutzen konnte. Am besten spricht man sich mit dem betreuenden Professor ab, ob Vorkenntnissee verlangt werden.

Mitzunehmen

Ich kann euch definitiv empfehlen ausreichend Mückenschutz mitzunehmen. Ein Netz für das Bett empfinde ich nicht als notwendig. Wenn man jedoch nicht ständig gestochen werden will (Bangkok ist kein Risikogebiet der Malaria), sollte man definitiv genügend Mückenschutz- Spray kaufen. Da ich zur Regenzeit in Thailand war, bemerkte ich oftmals die Sonneneinstrahlung im Freien nicht. Demnach empfehle ich sich gut einzucremen

Reise und Ankunft

Mein Flug und die Ankunft verliefen problemlos. Am Krankenhaus angekommen holten mich die Kontaktpersonen auch schon ab und zeigten mir den ganzen Campus. Außerdem stellten sie mich dem Professor vor. Alle waren wirklich sehr gastfreundlich, weshalb es keinen Grund gab nervös zu sein. Nach der Ankunft sammelten sich alle SCOREs/SCOPEs und gingen gemeinsam mit den Kontaktpersonen essen und lernten sich kennen.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Gearbeitet habe ich auf der parasitologischen Station des Chulalongkorn Memorial Hospitals in Bangkok. Dieses ist einer der bekanntesten Krankenhäuser Thailands und ist meiner Meinung nach auch sehr modern. In der ersten Woche wurden mir hauptsächlich die Methoden und die Arbeit des Forschungsteams von Prof. Dr. Siriyasatien erklärt. Der Professor hielt am ersten Tag eine kleine Präsentation, in welche er alles rund um die Leishmaniose (sein Spezialgebiet) zusammenfasste. Das Hautproblem in meiner ersten Woche war die sprachliche Barriere. Ich habe absolutes Verständnis dafür, dass es zu Kommunikationsproblemen kommen kann, wenn man über medizinische Themen redet. Demnach hieß es am Anfang, dass man wirklich manches 10 Mal nachfragen musste, um es auch wirklich zu verstehen – schließlich musste ich für mein wissenschaftliches Projekt an der Universität zu Köln einen mindestens zehnseitigen Bericht verfassen. Folglich darf man sich gerade zu Beginn nicht demotivieren lassen und sich trauen nachzufragen. Sowohl die Kontaktpersonen als auch das ganze Forschungsteam stellten sich als unglaublich bemüht und hilfsbereit dar, sodass eine wirklich angenehme und entspannte Arbeitsatmosphäre herrschte.
In der zweiten Woche wurden wir sogar in eine 4tägige Forschungsreise integriert. Für Verpflegung und Unterkunft kam die thailändische Seite auf. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich sehr überwältigt und positiv überrascht war, da ich eine derartige Gastfreundlichkeit nie erwartet hätte.
Ab der dritten Woche bestand meine Aufgabe in der Detektion des Leishmania-Parasiten. Dabei bekam ich entweder eine Blut- und Speichelprobe eines Patienten oder eine Sandfliege. Die in der ersten Woche erläuterten Verfahren (beispielsweise PCR oder Gel-Elektrophorese) sollte ich nun unter Begleitung des Forschungsteams durchführen. Am Ende einer ganzen Reihe an Methoden erhält man optimal eine Basensequenz, die man in eine Datenbank eingibt. Diese Datenbank wertet nun aus, wofür die ermittelte DNA-Sequenz codiert. In meinem Fall erhielt ich eine mehrere DNA-Sequenzen, die für die Leishmania siamensis codierten.
Insgesamt bewerte ich meine Arbeit als wirklich human und angenehm. Das ganze Forschungsteam hat sich stets bemüht alles zu erklären und uns alle notwendigen Hilfsmittel bereitgestellt. Generell betrachtet ist es meiner Meinung nach sehr ansprechend herauszufinden, wie man beispielsweise aus einer gegebenen Probe DNA extrahiert oder wie ein Forschungsprozess von vorne bis hinten abläuft. Somit bin ich bezüglich meiner Arbeit in Thailand mehr als zufrieden.

Land und Leute

Ich kann mich nicht oft genug wiederholen, indem ich die Gastfreundlichkeit der Thailänder betone. Es gibt natürlich Bräuche und Sitten, an die man sich halten sollte. Dazu gehört, dass Thailänder oftmals ein hohes Maß an Höflichkeit an den Tag legen. Sich jedoch höflich zu verhalten ist nicht wirklich schwierig und das, was man von den Thailändern zurückbekommt, ist wirklich unbeschreiblich.
Neben meiner Forschungsarbeit bin ich durch die Gegend gereist. Ich war in Chiang Mai, auf Koh Samui, in Chanthaburi (mit dem Forschungsteam), auf Phuket und Ko Phi Phi. Ich kann nur empfehlen möglichst viel von Thailand zu sehen, da Thailand auch abseits von Bangkok sehr viel unglaublich wunderschöne Natur zu bieten hat. Ich kann besonders die Inseln Ko Phi Phi und Koh Samui empfehlen, da diese mich in ihrer natürlichen Vielfalt enorm beeindruckt haben. Einen kristallklaren Strand mit überaus feinem Sand umgaben die Inseln. Zu meinem Glück war ich während der Regenzeit in Thailand. Das bedeutet zwar, dass es an einem Tag circa 2 Stunden wirklich stark regnen kann, danach die Sonne jedoch wieder scheint und es so ist, als hätte es nie geregnet. In der Trockenzeit, so wurde es uns beschrieben, sind die meisten Strände überfüllt und die Preise erhöht. Diesbezüglich kann ich mich nicht beklagen. An touristischeren Orten kann der Preis natürlich europäische Verhältnisse annehmen, das ist jedoch in jedem Land so (was den Preis betrifft kann ich nur nochmal daran plädieren zu verhandeln – gerade in touristischen Orten kann man so mehr als 60% sparen)
Umso schöner war es aber den gesamten Strand beinahe für sich zu haben und zu einen der einzigen Touristen am Strand zu gehören. Danke Regenzeit
Möchte man den Schwerpunkt auf den kulturellen Aspekt legen, so empfehle ich den Norden Thailands, vor allem Chiang Mai. Die Vielzahl an Tempel, die diese Stadt bietet, ist riesig. Des Weiteren gibt es dort viele Elefantenparks. Dabei sollte man meiner Meinung nach aufpassen, einen Park zu besuchen, in dem artgerechte Tierhaltung betrieben wird. In Chiang Mai befindet sich außerdem ein riesiger Regenwald, den ich – ich weiß nicht wer mich dazu gebracht hat – durchquert bin. Es war wirklich schön als Tourist einen Einblick in das „unberührte“ Thailand zu bekommen.
Eher negativ überrascht hat mich Phuket. Die Inseln um Phuket herum gefielen mir dafür umso besser. Phuket an sich ist eine sehr touristische Halbinsel. Da mir dadurch die Schönheit des eigentlichen Ortes verloren geht, blieb ich dort auch nur kurz. Nichtsdestotrotz ist Phuket definitiv eine Erfahrung wert, da die Umgebung Phukets (Ko Phi Phi, Krabi, James Bond Island etc.) wunderschön ist.
Alles in allem kann ich sowohl kulturell als auch ökologisch betrachtet für Thailand sprechen!

Fazit

Ich empfehle allen, die mit dem Gedanken spielen einen SCORE oder SCOPE Aufenthalt in Thailand zu absolvieren, definitiv dies zu tun. Meine Erwartungen wurden weitaus übertroffen. Ich hätte nie gedacht, dass Thailand mich sowohl kulturell als auch von der Natur in diesem Ausmaß beeindruckt. Des Weiteren hätte ich nie gedacht, dass ich mich so gut mit meinen Kontaktpersonen verstehen werde. Zwar würde ich nicht für immer nach Thailand ziehen wollen, da es schon doch sehr weit von Deutschland entfernt ist, aber für einen kurzen oder auch längeren Auslandsaufenthalt ist Thailand für mich das optimale Reiseziel gewesen. An dieser Stelle danke ich auch der BVMD, insbesondere der Nora, und dem ganzen Team von Prof. Dr. Siriyasatien und meinen Kontaktpersonen, die sich als überaus herzlich erwiesen haben.

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