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Tropenmedizin - SCORE (Forschungsaustausch)
Anonym

Motivation

Für mich persönlich gab es zwei ausschlaggebende Gründe einen SCORE-Austausch für mein Wissenschaftliches Projekt anzutreten. Der erste war das Interesse an dem angebotenen Projekt selbst, der Forschung an der über Sandfliegen übertragenen Leishmaniose in Thailand. Andererseits reizte mich die südost-asiatische Kultur sehr zu einem Aufenthalt in Thailand, da ich es als bereichernd empfinde neben dem Studium auch in anderen Bereichen neue Dinge zu entdecken und zu erleben.

Vorbereitung

Wichtig ist es zu bedenken, dass die Bewerbung an sich zwar nicht besonders kompliziert ist, jedoch einiges an Zeit in Anspruch nehmen wird. Man sollte sich deshalb am besten frühzeitig um Empfehlungsschreiben, Motivatiosnschreiben und das nötige Sprachzertifikat kümmern.

Visum

Bei einem Aufenthalt in Thailand von bis zu 30 Tagen erhält man ohne Schwierigkeiten ein „Visa on Arrival“ bei der Ankunft im Land. Sollte man planen länger als 30 Tage in dem Land zu verbringen, kann man hierfür entweder sein Visum vor Ort verlängern oder sich vor der Anreise noch in Deutschland um ein kostenpflichtiges Visum kümmern.

Gesundheit

Wichtig bei Reisen in den südostasiatischen Raum ist sich genau zu informieren, welche Impfungen aktuell empfohlen werden. Die aktuellsten kann man ohne Probleme auf der Seite des „Auswärtigen Amtes“ nachlesen. Sollte man eine Reise in Malaria-gefährdete Gebiete planen empfiehlt es sich zudem Malaria-Profilaxe-Medikamente vor Beginn der Reise zu kaufen.

Sicherheit

Ich habe keine zusätzliche Versicherung für meine Reise abgeschlossen. Allgemein gilt das was bei jeder Reise gilt: Vorsichtig und Achtsam sein und immer respektvoll mit allen Einheimischen umgehen, dann sollte man keine Probleme bekommen.

Geld

In Thailand wird mit Thailändischen „Baht“ gezahlt. Es empfiehlt sich vor seiner Reise bereits Geld umzutauschen um hohe Umtausch-Gebühren am Flughafen bei der Ankunft zu verhindern. Geld abheben lässt sich in touristischen Zielen und Städten sehr einfach, jedoch mit einer Gebühr von ca. 5 Euro pro Transaktion.

Sprache

In Thailand kann man sich prinzipiell auf Englisch verständigen. Das Sprachniveau ist jedoch in vielen Fällen nicht besonders hoch, sodass meist nur simple Konversationen geführt werden können. Insbesondere in ländlichen, nicht touristischen Gegenden muss man mit größeren Verständigungsproblemen rechnen.

Verkehrsbindungen

Aufgrund der niedrigen Preise empfiehlt sich in Thailand für innerstädtischen Transport oft das Taxi (ca. 10 Euro pro Stunde Fahrt), jedoch sollte man hier auf ein Taximeter bestehen, da insbesondere Touristen oft stark überteuerte Fahrten verkauft werden. Innerhalb von Bangkok funktionieren die öffentlichen Verkehrsmittel zudem sehr gut. Für den nationalen, interstädtischen Transport bieten sich Fernbusse, Züge und Inlandsflüge (ca. 15-60 Euro) an.

Kommunikation

Vor Ort lässt sich für 30 Tage für ca. 15 Euro eine Sim-Karte mit ca. 5 GB High-Speed-Internet und einigen Freiminuten zum Telefonieren im Inland kaufen, welches bei mir einwandfrei funktioniert hat. Zudem gibt es auf dem Krankenhaus-Campus in Bangkok einen kostenlosen WLAN-Zugang für alle SCORE-Teilnehmer.

Unterkunft

Meine Unterkunft befand sich in einem Studentenwohnheim direkt neben dem Krankenhaus, in welchem ich geforscht habe. Zusammen mit einem weitere SCORE-Teilnehmer teilte ich mir dort ein sehr großes Zimmer mit Klimaanlage, Schreibtischen und Schränken. Im Erdgeschoss gab es zudem Essensmöglichkeiten sowie einen Supermarkt und ein Fitnessstudio.

Literatur

Literatur für meine Forschungsarbeiten wurde mir von meinem betreuenden Professor vor Ort gestellt. Man sollte sich jedoch vor der Anreise schon mit seinem Forschungsthema auseinandergesetzt haben und ein Grundverständnis angeeignet haben.

Mitzunehmen

Thailand ist selbst in den „kältesten“ Monaten ein sehr warmes und schwüles Land, darauf sollte man definitiv beim Packen der Kleidung achten. Insbesondere in der Regenzeit empfiehlt es sich auch noch Regenschirm und Regenjacke mitzunehmen. Ich empfehle außerdem Mückenspray, Sonnencreme und eigene Handtücher.

Reise und Ankunft

Innerhalb von Deutschland aus gibt es mehrere Flughäfen mit einer direkten Verbindung nach Bangkok, somit verlief der Flug sehr entspannt und problemlos. Vor Ort wurden wir von unseren Contact-Persons abgeholt und uns wurde alles gezeigt. Mit allen anderen SCORE und SCOPE-Austauschschülern sind wir dann auch noch am ersten Tag essen gegangen!

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich forschte in meiner Zeit in Bangkok in der Parasitologie des Chulalongkorn Hospitals an der Infektionskrankheit „Leishmaniose“. Die Leishmaniose wird durch Parasiten ausgelöst, welche primär über Sandfliegen übertragen werden. Meine Aufgaben lagen darin Sandfliegen- und Patientenproben auf die DNA der Parasiten zu untersuchen, um festzustellen ob diese infiziert sind oder nicht. Hierzu wurden mir zunächst die dazu notwendigen Verfahren erklärt und gezeigt. Dazu gehörte: PCR, Blue-White-Screening, Agarose-Gel-Elektrophorese, Bakterien-Cloning und einige mehr.
Teilweise stellten sich die Erklärungen aufgrund der existierenden Sprachbarriere als kompliziert dar, jedoch war es mit vermehrtem Nachfragen und Nachlesen in Büchern/Protokollen durchaus möglich alle Prozesse bis ins Detail nachzuvollziehen.
Ich habe wirklich größtes Verständnis dafür, dass es für die Labormitarbeiter eine Herausforderung ist mikrobiologisch hochkomplexe Themen verständlich auf Englisch darzulegen und kann ausnahmslos nur positives von ihrem Engagement, der Hilfsbereitschaft, Offenherzigkeit und fachlichen Ausbildung berichten.
Das Erlenen der selbständigen Durchführung der oben genannten Prozesse ermöglicht es einem einen besonders intensiven Einblick in die Materie zu erlangen und in kurzer Zeit sehr viele neue Dinge über das Thema zu erlernen. Gleichzeitig übt man sich in der Laborarbeit und bekommt die Möglichkeit seine Fähigkeiten wissenschaftlich zu Arbeiten auszubauen. Viele der Verfahren, welche wir an den Leishmania-Parasiten angewandt haben lassen sich auf andere Gebiete der Mikrobiologie übertragen und sind somit sehr hilfreich für zukünftige Laborarbeiten.
Neben meiner Arbeit im Labor durfte ich zudem an einem Forschungsausflug teilnehmen, bei welchem wir Sandfliegen in verschiedenen Regionen Thailands sammelten. Hierzu fuhren wir zu den Häusern infizierter Patienten und untersuchten ihre Lebensumgebung auf mit Leishmania-Parasiten infizierten Sandfliegen.
Die gesamte Reise erwies sich als sehr angenehm und interessant und ließ neben der fachlichen Arbeiten einen Einblick in das thailändische Leben in ländlichen Regionen zu.

Alles in allem lassen sich die Forschungsarbeiten als sehr positiv und fördernd beschreiben. Man erhält in vergleichsweise kurzer Zeit einen sehr breit gefächerten und tiefen Einblick in die Materie. Das Team gibt sich wirklich alle Mühe, damit man sich wohl fühlt und ohne Probleme in die Laborarbeit integrieren kann. Selbst der leitende Professor hat sich sehr viel Zeit genommen, um uns Dinge zu erklären und uns über seine eigenen Projekte innerhalb Thailands zu informieren. Insgesamt kann man sagen, dass es sich nicht nur fachlich, aber auch zwischenmenschlich um eine sehr wertvolle Erfahrung handelt.

Land und Leute

Die Menschen in Thailand haben mich wirklich sehr begeistert! Nahezu jeder ist unglaublich gastfreundlich, höflich und hilfsbereit. Wir wurden immer sehr warmherzig aufgenommen und sehr respektvoll behandelt.
Neben der fachlichen Tätigkeit in Thailand, wollten wir so viel wie möglich über das Land und seine Kultur erfahren und nutzten dafür die Wochenenden zum Reisen. Zudem haben wir unseren Aufenthalt in Thailand verlängert um nach den Forschungsarbeiten noch mehr reisen zu können. Insgesamt bietet Thailand eine wirklich große Vielfalt an Erlebnismöglichkeiten: Der Norden ist weniger touristisch angehaucht aber dafür wunderschön zum Wandern und erkunden von verlassenen Tempeln. Für einen Kurztrip lässt sich hier die Region um Chiang Mai empfehlen.
Bangkok selbst ist Definition von Gewusel und Leben. Die Stadt ist voll mit Verkehr, hat jedoch auch einiges zu bieten! Neben schönen Tempeln kann man schöne Nachtmärkte, Chinatown und tolle Aussichtspunkte mit Blick über die ganze Stadt besuchen (besonders die Skyline von oben bei Nacht ist sehr beeindruckend!).
Im Süden des Landes gibt es die Region um Phuket herum. Phuket selbst ist meiner Meinung nach touristisch komplett überlaufen und ein wunderbares Beispiel für ausgearteten Massentourismus. Wer schöne Natur sehen möchte ist hier definitiv Fehl am Platz. Dafür gibt es in der Nähe Phukets einige tolle Ausflugsziele, wie beispielsweise den Phan Nga National Park mit wunderschönen unberührten Inseln oder auch die Inseln Phi Phi Ley und Phi Phi Don, welche trotz vieler Touristen eine sehr beeindruckende Landschaft und wunderschöne Strände zu bieten haben. Es empfiehlt sich defintiv Tagestouren mit dem Boot durch die Nationalparks zu machen, welche einem teilweise für 10 Euro angeboten werden. Ein Schnorchel- oder Tauchausflug, eventuell verbunden mit einer eigenen Kayak-Fahrt um die Inseln ist ebenfalls sehr zu empfehlen!
Zudem verbrachten wir einige Tage in Kambodscha, um uns dort die Tempelanlage Angkor Wat anzusehen. Diese Reise erwies sich ebenfalls als sehr beeindruckend und ist von Thailand aus ohne Probleme möglich. Die Tempelanlage ist so groß, dass man mehrere Tage benötigt, um sie ganz zu besichtigen. Wir entschieden uns jedoch dazu an einem weiteren Tag auch noch das sogenannte „Floating Village“ zu besichtigen, bei dem es sich wie der Name schon andeutet um eine auf Holzstelzen erbaute Stadt inmitten eines durchfluteten Mangrovenwaldes handelt. Die Lebensweise der Menschen dort zu beobachten ist durchaus faszinierend und lässt sich mit einem wunderschönen Sonnenuntergang über dem Gewässer kombinieren. Allgemein kann man in Thailand wunderschöne Sonnenauf- und untergänge erleben. Eine Übernachtung am Strand unter dem Sternenhimmel ist auch Gold wert, davor aber unbedingt gut mit Mückenspray einsprühen und vorsicht mit der Flut!!

Fazit

Ich kann einen SCORE-Austausch an die Chulalongkorn University wirklich nur empfehlen.
Thailand selbst bietet hierbei als günstiges Land tolle Möglichkeiten, um neben den Forschungsarbeiten noch kulturell etwas erleben zu können. Vorallem sind es aber die warmherzigen thailändischen Menschen die mich von diesem Austausch überzeugt haben.

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