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Lebanon (LeMSIC)

Chirurgie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Isabel, Freiburg

Motivation

Libanon, Beirut , da es ein sehr weltoffenes arabisches Land ist, in dem verschiedenste Religionen und Ethnien miteinander leben. Außerdem ist der Libanon für seine exzellente Küche bekannt.

Vorbereitung

Die Organisation des Austausches war unkompliziert und selbsterklärend, dank Bewerbung über bvmd und IFMSA. Falls doch einmal Fragen aufkamen, konnte mir meine Contact Person stets weiterhelfen.
Als Vorbereitung habe ich die arabische Schrift und ein paar Vokabeln gelernt. Man muss wissen, dass der libanesische Dialekt stark von dem klassischen Arabisch abweicht. Wenn man sich also speziell auf den Libanon vorbereitet, sollte man ein Buch wählen, das den libanesischen Dialekt lehrt. An sich war es nie wirklich notwendig Arabisch zu können, da im Krankenhaus (AUB) alle Ärzte Englisch sprechen. Außerdem ist es sehr hilfreich, Französisch zu sprechen, da viele Libanesen auf französische Schulen gehen und auch zu Hause häufig Französisch sprechen.

Visum

Mit dem deutschen Pass kann man ohne Visum in den Libanon einreisen. Am Flughafen bekam ich zur Einreise einen Stempel in den Pass. Ebenso zur Ausreise 35 Tage später – alles kostenfrei.

Gesundheit

Das Leitungswasser sollte auf keinen Fall getrunken werden. Außer etwas Durchfall hatte ich keine gesundheitlichen Probleme in Beirut. Dem hierdurch entstandenen Wasserverlust kann man mit Pepsi (CocaCola gibt’s nicht), Bananen und Salzstangen entgegen wirken.

Sicherheit

Solang man nicht in die abgelegensten Stadtviertel oder in die Hisbollah Gebiete geht, muss man sich wirklich keine Sorgen machen. Diebstahl ist kein Thema. Man kann in kurzem Rock nachts alleine als Mädchen in Hamra rumlaufen ohne dumm angemacht zu werden. Falls man doch einmal irgendein Problem haben sollte, sind die Leute unglaublich hilfsbereit. Kurz: Ich habe mich wesentlich sicherer gefühlt als in Köln. Das einzig wirklich gefährliche ist der Verkehr. Hier einfach achtsam sein, die Auto beachten keine roten Ampeln!

Geld

Die Landeswährung sind libanesische Pfund, man kann aber auch immer mit US Dollern bezahlen. In allen größeren Shops werden Visa und Mastercard akzeptiert. Bei der Bank kann man auch mit Maestro Geld abheben.
Die Preise von Streetfood und Uber (Taxi) sind wesentlich günstiger als in Deutschland. Klamotten shoppen ist vom Preis ähnlich wie in Deutschland. Abends ausgehen (Cocktails, Bier, Club Eintritt) ist sehr viel teurer als bei uns.
Leider sind die Strände in Beirut fast alle privat und man muss Eintritt zahlen, allerdings hat man als Visiting Student der AUB Zutritt auf den Privatstrand der Uni, den SwimmingPool und das Fitnessstudio.

Sprache

Die Landessprache ist Arabisch (libanesischer Dialekt). An sich war es nie wirklich notwendig, Arabisch zu können, da im Krankenhaus (AUB) alle Ärzte Englisch sprechen. Außerhalb vom Krankenhaus ist es sehr hilfreich, Französisch zusprechen. Ca. 50% der Libanesen sind frankophon.

Verkehrsbindungen

Die beste Methode im Libanon zu reisen ist mit ortskundigen Freunden, die ein Auto haben. Ansonsten wird innerhalb von Beirut vor allem „Uber“ genutzt (sehr zuverlässig) oder sogenannte Services (Sammeltaxis). Öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum.

Kommunikation

In unserer Unterkunft gab es eine zuverlässige Internetverbindung, die nur zu den abendlichen Stromausfällen abbrach. Kommunikation in die Heimat war also via Skype & WhatsApp kein Problem. An der Uni und im Krankenhaus kann man sich mit Eduroam verbinden. Außerdem sollte man sich eine libanesische Sim-Karte besorgen, um auch mobil Internet zu haben.

Unterkunft

Unsere Unterkunft, Msuites, lag in Hamra in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus. Ich war gemeinsam mit zwei anderen Austauschstudentinen in einem 4er Appartment untergebracht. Dort wurden Bettwäsche sowie Handtücher gestellt. Wir hatten unsere eigene Küche und sogar eine Waschmaschine.

Literatur

Als Einstieg in das Land empfehle ich die Sorache. Hierzu besonders gut: „Arabe Libanais de Poche - Lebanese Arabic phrasebook for French speakers (Arabic Edition)” und ein Exercisebook um die Schrift zulernen.

Mitzunehmen

Denkt unbedingt an einen warmen Pullover!! In Beirut selbst braucht man ihn nicht, aber sobald man aus der Stadt raus Richtung Landesinnere fährt, ist man in den Bergen, wo es besonders abends sehr kalt wird.

Reise und Ankunft

Die Anreise verlief ohne größere Probleme. Am ersten Tag wurde ich von meiner Contactperson begleitet, um alle Papiere für das Praktikum zu erledigen und meine StudentID zu erhalten. Am 2. Tag begann das eigentliche Praktikum. Einer der Assistenzärtzte hat mir das Krankenhaus gezeigt und beim Freischalten des Wäscheautomats etc geholfen. Danach war ich mir selbst überlassen, und konnte mir täglich aussuchen in welche OPs ich gehe.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Am ersten Tag wurde ich von meiner Contactperson begleitet um alle Papiere für das Praktikum zu erledigen und meine StudentID-Karte zu erhalten. Bei der Gelegenheit hat mir meine Contactperson auch den Universitätscampus gezeigt, sowie ein paar Orte um das Krankenhaus herum wo man gut essen kann. Außerdem habe ich einen Zugangscodeaufkleber in der SML (Bibliothek der American University of Beirut) erhalten um in der Kantine des Krankenhauses dreimal täglich kostenlos essen zu dürfen (yummiiiiiie :-) ). Abgesehen von Organisatorischem war der erste offizielle Austauschtag terminfrei.
Erst am 2. Tag begann das eigentliche Praktikum. Ich musste um acht Uhr morgens auf die Station der Plastischen Chirurgie gehen. Dort wurde ich im Sekretariat von einem der Assistenzärzte in Empfang genommen. Nach dem wir bei einer Stationen übergreifenden Konferenz teilgenommen haben, hat er mir das Krankenhaus gezeigt und beim Freischalten des Wäscheautomats geholfen und mir die Hygiene und Einkleideregel für den OP erklärt. Danach war ich mir selbst überlassen, und konnte mir täglich aussuchen in welche OPs ich gehe. Die plastischen Chirurgen operieren nur an drei Tagen in der Woche. An den anderen Tagen konnte ich je nach eigenem Interesse in einen der anderen OP Säle, wie Kardiochirurgie, Gynäkologie, Neurochirurgie, Auge etc gehen. Die Ärzte dort waren super freundlich zu den Austauschstudenten, so dass ich mich stets willkommen fühlte. In den Operationen darf man zuschauen, fragen und recht nahe an das sterile Feld ran, aber leider nicht mit eingewaschen an den Tisch. Die Anwesenheit wurde in meinem Department (Plastische Chirurgie) praktisch nicht kontrolliert. Ich konnte kommen und gehen wann ich wollte. Andere Austausch Studenten, die in der Allgemein Chirurgie eingeteilt waren, mussten allerdings stets pünktlich um 6 Uhr morgens bei der Visite sein.
Im Libanon ist die AUB (American University of Beirut ) das renommierteste und modernste Krankenhaus. Fachlich gesehen entsprachen die Operationen den Standards der Unikliniken in Deutschland.

Land und Leute

Die Leute im Libanon sind unglaublich gastfreundlich und begeistert davon, dir ihr Land zu zeigen. Als touristisches Sightseeing lohnt sich die „Jeita grotto“ und Palast Beit ed-Din zu besuchen. Die Landschaft Libanons ist atemberaubend schön, sobald man einige Kilometer raus aus Beirut in die Berge fährt, hat man eine grandiose Aussicht und stets wunderschöne Sonnenuntergänge.




















































Fazit

Diese Reise hat mein Erwartungen nicht erfüllt, sondern bei Weitem übertroffen. Ich kann eine Reise in den Libanon jedem empfehlen, der bereit ist sich auf etwas komplett Neues einzulassen. Der bereit ist gutes Essen zu verschlingen und der bereit ist, sich aus dem Großstadtjungel Beiruts rauszuwagen, um das Land in seiner vollen Schönheit zu genießen.

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