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Taiwan (FMS Taiwan)

Verschiedene - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Jana, Hannover

Motivation

Seitdem ich mich für die bvmd an unserer Universität engagiere und dort mit Medizinstudenten aus aller Welt in Kontakt gekommen bin, wollte ich selbst diese Erfahrung machen.

Die Famulatur wollte ich zudem nutzen, um einen anderen Kulturkreis kennenzulernen. Da ich vorher noch nie in Asien gewesen bin, hat mich dieser Kontinent besonders angesprochen.

Für Taiwan habe ich mich letztendlich entschieden, weil eine Kommilitonin im vorherigen Jahr dort gewesen war und mich ihre begeisterten Erzählungen neugierig gemacht haben.

Vorbereitung

Nach der Zusage hatte ich einige Schwierigkeiten, die card of documents auszufüllen, da meine Dokumente dort zunächst nicht gespeichert werden konnten. Nachdem ich mit den Bundeskoordinatoren der bvmd in Kontakt getreten bin, habe ich die meisten Dokumente schließlich vorläufig per E-Mail eingereicht. Diese Prozedur hat sich über mehrere Wochen hingezogen und mich in Ungewissheit bezüglich der Famulatur gesetzt. Letztendlich waren aber alle Sorgen unbegründet, die Bundeskoordinatorinnen haben sich sehr nett für mich eingesetzt.

Darüber hinaus kam die Zusage für die Famulatur kurz vor Weihnachten, sodass es für die Beantragung eines Recommendation Letters, des Student Records und den Tuberkulose Test zu kurzfristig war, um die Frist einzuhalten.

Nach Rücksprache mit unseren LEOs vor Ort konnten wir diese Dokumente jedoch auch nach der Frist einreichen.

Die meisten Universitäten in Taiwan fordern ein Röntgenbild zum Ausschluss einer Tuberkulose an. Da ich bereits einen negativen Quantiferon-Test hatte und mein Hausarzt ein Röntgenbild ohne Indikation nicht machen lassen wollte, schrieb ich diese Begründung auf den Health & Immunization Record. Das war letztendlich so in Ordnung.

Falls ihr Probleme mit den Formalitäten haben sollten, macht euch keine Sorgen, auch bei größeren Schwierigkeiten findet sich eine Lösung.

Visum

Ein Visum wird für die Famulatur in Taiwan nicht benötigt. Zuverlässige Informationen hierzu findet ihr auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.

Gesundheit

Als Reiseimpfungen werden vom Auswärtigen Amt Hepatitis A und B empfohlen, gegen diese war ich bereits im Voraus geimpft.

Bei Langzeitaufenthalten oder bei besonderer Exposition empfiehlt das Auswärtige Amt eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis. Ich habe mich nicht dagegen impfen lassen, im Nachhinein würde ich das jedoch in Erwägung ziehen. Vor allem in den Wäldern und an Seen gibt es im August teilweise extrem viele Mücken.

Als Reiseapotheke würde ich Medikamente gegen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, sowie gegen Schmerzen, Fieber und eventuell Halsschmerzen/Husten/Nasenspray einpacken. Davon habe ich zwar kaum etwas benötigt, diese Arzneimittel schnell zur Hand zu haben ist aber trotzdem praktisch.

Eine Auslandskrankenversicherung habe ich vorher abgeschlossen, die ich glücklicherweise aber nicht in Anspruch nehmen musste.

Sicherheit

Im Voraus habe ich keine besonderen Vorkehrungen bezüglich der Sicherheit getroffen. Taiwan ist sehr sicher, es ist kein Problem als Frau alleine zu reisen. Selbst in einer Großstadt wie Taipei gab es kein Stadtviertel, dass ich im Dunkeln meiden würde.

Geld

Die Währung in Taiwan ist der Taiwan Dollar (TWD). 100 TWD sind ca. 2,80€. Andere Währungen werden meines Wissens nach nicht akzeptiert.

Vor Reiseantritt habe ich 100€ in TWD umgetauscht, ihr könnt dies aber auch vor Ort am Flughafen in Taipei machen.

Vor allem auf Märkten kann nur mit Bargeld bezahlt werden, in einigen Hostels und Hotels ebenfalls. Daher würde ich euch empfehlen, immer ein wenig Bargeld dabei zu haben.

Eine Kreditkarte solltet ihr ebenfalls mitnehmen. In Taipei gibt es an jeder Metro-Station Bankautomaten, an denen ich Geld abheben konnte. Zudem findet ihr in vielen Supermärkten Geldautomaten.

Das Essen ist im Allgemeinen günstiger. Joghurts, Shampoo und Hygieneartikel sind im deutschen Vergleich allerdings teurer. Falls ihr noch Platz im Koffer habt, würde ich Shampoo und Hygieneartikel daher aus Deutschland mitbringen.

Sprache

Die Amtssprache in Taiwan ist Hochchinesisch, zweit häufigste Sprache ist Taiwanesisch. Taiwanesisch wird aber bereits von vielen jüngeren Taiwanesen kaum gesprochen und schwer verstanden.

Ich habe im Voraus kein Hochchinesisch gelernt und habe es auch nicht benötigt. Als ich Taiwan verlassen habe, konnte ich „Hallo“ und „Danke“ auf Hochchinesisch verstehen und sagen, viel mehr aber leider nicht. Die Taiwanesen freuen sich aber schon, wenn ein Europäer sie auf Chinesisch begrüßen kann :D

In ländlicheren Regionen kann es manchmal schwierig sein auf Englisch zu kommunizieren. In Städten und touristischen Orten kommt ihr im Alltag aber gut mit Englisch zurecht.

Das Englisch-Niveau der meisten taiwanesischen Medizinstudenten und Ärzte ist sehr gut. Die Patientenkommunikation findet auf Hochchinesisch statt, die Dokumentation erfolgt in den meisten Fällen jedoch auf Englisch.

Unsere Gruppe hatte großes Glück, weil wir täglich von einer Contact Person ins Krankenhaus begleitet wurden, die Arzt-Patienten-Gespräche für uns übersetzt haben. Meine betreuenden Ärzte haben die Unterhaltungen aber immer selbst noch einmal auf Englisch erläutert.

Verkehrsbindungen

Da mein Praktikumsplatz direkt in Taipei war, hat sich die Anreise relativ einfach gestaltet.

Geflogen bin ich von Hamburg aus mit einem Zwischenstopp in Dubai. Auf meinem Rückflug hatte ich ebenfalls einen Stopp in Dubai und bin wieder in Hamburg gelandet.

Vom Flughafen aus könnt ihr die Metro zum Hauptbahnhof in Taipei nehmen. Dort fahren der High Speed Train, Züge und Fernbusse.

In Taipei liegt zudem ein nationaler Flughafen. Von dort aus könnt ihr gegebenenfalls zu eurer Zielstadt in Taiwan weiterfliegen.

Generell sind die Zugverbindungen und Busverbindungen sehr zu empfehlen, die Züge fahren zuverlässig und sind in der Regel pünktlich. Die Busse sind die günstigste Option, die Züge etwas teurer. Der High Speed Train ist relativ teuer, dafür kommt ihr aber sehr schnell von Norden nach Süden.

In Taipei selbst ist das MRT-Netz, das ist die Metro Taipeis, super ausgebaut. Am besten kauft ihr euch zum Beispiel in den Metro-Stationen eine „Easy Card“. Die könnt ihr entweder immer wieder mit Geld aufladen und damit fahren oder ihr kauft euch ein Monatsticket, dass ebenfalls auf die „Easy Card“ gebucht wird.

Generell könnt ihr mit der Easy Card in den Stadt- bzw. Linienbussen in ganz Taiwan bezahlen, teilweise auch in den Fernbussen. In Taipei ist das „YouBike“ Fahrradsystem sehr verbreitet, hier könnt ihr ebenfalls mit der Easy Card bezahlen. Die Anschaffung der Karte lohnt sich auf jeden Fall.

Touristische Orte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln meistens gut erreichbar. Zu abgelegeneren Orten zu kommen ist häufig mit dem Taxi oder "Uber" einfacher. Taxis sind in Taiwan erschwinglich, etwas günstiger und praktischer ist Uber. Touristische Orte sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln meistens gut erreichbar. Zu abgelegeneren Orten zu kommen ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln manchmal schwieriger. Taxis oder Uber findet ihr in der Regel aber überall.

Kommunikation

Bei meiner Ankunft am Flughafen hat mir mein CP geholfen, eine günstige Handy-Karte mit unlimitiertem Datenvolumen zu finden. Da ich länger als ich einen Monat dort war, habe ich eine Monatskarte und zusätzlich eine Wochenkarte gekauft.

Mit den CPs und den Incomings haben wir viel über WhatsApp und Facebook kommuniziert, sodass eine Handykarte mit unlimitiertem Datenvolumen praktisch ist. Nach Deutschland telefoniert habe ich über WhatsApp, was gut funktioniert hat.

In unserem Hostel aber auch im Krankenhaus und an vielen öffentlichen Orten gibt es gut funktionierendes, freies WLAN. Der Internetempfang in Taiwan ist an vielen Orten besser als in Deutschland.

Unterkunft

Die Unterkunft wurde von den LEOs vor Ort organisiert. Normalerweise steht dafür ein Wohnheim bereit, in diesem Jahr gab es dort aber Reparaturarbeiten, sodass wir in einem Hostel untergebracht waren.

Insgesamt waren wir zehn Incomings, vier davon waren gemeinsam in einem Hostel in der Nähe von unserem untergebracht. Wir anderen sechs haben uns jeweils zu zweit ein Zimmer geteilt.

Geschlafen haben wir in Hochbetten, mit zwei großen Koffern war das eher kleine Zimmer dann voll. Bettwäsche, Decke und Kissen gab es im Hostel, auf Nachfrage wurden die Bezüge gewechselt und die Zimmer geputzt. Das Bad wurde regelmäßig gesäubert.

Waschen konnten wir im Hostel, ein Waschsalon war aber nicht weit entfernt und sehr günstig.

Mit uns waren noch andere Gäste im Hostel, die Besitzer selbst haben ebenfalls dort gelebt. Die 31 Tage des Praktikums wurden durch die ifmsa bezahlt. Die zusätzlichen Tage die ich dortgeblieben bin, musste ich 300 NTD pro Nacht (ca. 9€) zahlen.

Im Hostel gab es einen großen Kühlschrank, den wir nutzen konnten. Die Küche war im Wohnzimmer integriert und bestand im Wesentlichen aus zwei Kochplatten und einem Waschbecken. Ich selbst habe diese aber nicht genutzt. Mittags und abends haben wir in der Regel außerhalb des Hostels gegessen, zum Frühstück haben sich viele der Incomings Snacks auf die Hand geholt.

Literatur

Um ein wenig über das Land zu erfahren, habe ich im Voraus Bücher über Taiwan quergelesen. Im Internet habe ich viele Informationen gefunden, zusätzlich hatte ich einen „lonely planet“ über Taiwan. In dieses Buch habe ich auch vor Ort viel geschaut, um Empfehlungen und Informationen über einzelne Städte zu erhalten.

Spezielle medizinische Literatur habe ich nicht besorgt.

Mitzunehmen

Falls ihr in den Sommermonaten in Taiwan seid, würde ich auf jeden Fall Sonnencreme, Après-Sun, eine Kopfbedeckung und Anti-Mückenspray mitnehmen.

Zum Schutz vor Regen würde ich einen Regenschirm und eine Regenjacke einpacken. Viele Leute in Taiwan tragen bei Regen lange Regenponchos. Auch wenn sie nicht so aussehen, schützen sie recht zuverlässig vor Regen.

Darüber hinaus empfiehlt es sich einen Rucksack mitzunehmen, der eine passende Größe für Wochenendtrips hat. Wenn ihr eine Bauchtasche besitzt würde ich die mitnehmen. Zwingend notwendig ist sie aber nicht, Taiwan ist wirklich sicher.

Wichtig ist ein Adapter für die Steckdose. Den könnt ihr auch vor Ort bekommen, es ist aber einfacher von Anfang an einen zu besitzen.

Außerdem habe ich noch einige Gastgeschenke mitgebracht. Da ich in Hannover studiere, habe ich Leipniz-Kekse und Leipniz-Keksdosen gekauft. Sehr beliebt in Taiwan ist Harbio. Goldbären und ein paar andere Sorten kann man dort kaufen, aber zu vielen teureren Preisen.

Darüber hinaus habe ich kleine deutsche Shampoos und Bodylotions mitgebracht, worüber sich meine CPs sehr gefreut haben.

Reise und Ankunft

Bei meiner Ankunft in Taipei haben mein CP und seine Eltern mich mit dem Auto vom Flughafen abgeholt. Sie haben mir vor Ort am Flughafen zudem geholfen, eine Handykarte zu kaufen. Danach haben sie mich zum Hostel gebracht und mich sogar noch zum Essen eingeladen. Damit hatte ich wirklich großes Glück.

Der Flughafen liegt mit der Metro circa eine Stunde vom Hauptbahnhof und der Innenstadt in Taipei entfernt.

Angekommen bin ich drei Tage vor Praktikumsbeginn. In den Tagen konnte ich bereits die ersten Incomings kennenlernen und Taipei besichtigen. Außer eine Handykarte zu kaufen, musste ich nichts Besonderes organisieren. Eine frühere Anreise ist daher nicht unbedingt notwendig. Ich persönlich fand es aber schön, ein wenig Zeit zu haben um mich einzugewöhnen.

Da ich im Anschluss an die Famulatur in Taiwan ein weiteres Praktikum in Deutschland hatte, konnte ich nach Ende der Famulatur nur einige Tage länger bleiben.

Viele der anderen Incomings sind nach dem Praktikum von Taipei aus aber noch in andere asiatische Länder gereist.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Das Praktikum war aufgesplittet in 2x 15 Tage. Die ersten fünfzehn Tage waren wir im Wanfang Hospital, die zweite Hälfte im Taiwan Medical University – Hospital. Diese Aufteilung war für alle zehn Incomings gleich.

Die ersten zwei Wochen war ich gemeinsam mit zwei anderen Incomings in der Notaufnahme. Danach war ich als einzige der Incomings zwei Wochen in der Anästhesie.

Der zuständige Arzt in der Notaufnahme hatte per Mail gefragt, ob wir bereits einen Tag vorher ins Krankenhaus kommen könnten, da er am ersten Tag nicht da sein konnte. Daher sind wir bereits einen Tag früher zum Krankenhaus gefahren. Dort hat der Arzt uns eine Stunde lang Krankenhaus und Notaufnahme gezeigt.

Alle anderen Incomings haben ihre Ärzte jedoch nicht vorher kennengelernt.

Der erste Tag der Famulatur war sehr angenehm. Alle Incomings mit jeweiligem CP sind gemeinsam zum Krankenhaus gefahren. Dort waren auch die beiden LEOs, die mit einer Sekretärin einige Formalitäten für uns geklärt haben. Anschließend sind unsere CPs mit uns zur entsprechenden Abteilung gegangen.

In der Notaufnahme waren wir von morgens neun bis meistens zum frühen Nachmittag.

Ein Unterschied zu Deutschland war, dass es in Taiwan einen eigenen Facharzt für die Notaufnahme gibt. Dieser kümmert sich sowohl um internistische, chirurgische und alle anderen Fachrichtungen. Auf diese Weise konnte ich Eindrücke verschiedener Fachdisziplinen gewinnen, was mir sehr gut gefallen hat.

In der Notaufnahme selbst tätig zu werden war aufgrund der Sprachbarriere häufig schwierig. Meine betreuenden Ärzte waren aber sehr nett und haben viel erklärt, sodass ich trotz wenig praktischer Tätigkeiten vollkommen zufrieden war.

In der Anästhesie war es ähnlich. Leider durfte ich hier gar nichts praktisch machen. Trotzdem hatte ich eine tolle Zeit in der ich einiges gelernt habe, da der dortige Assistenzarzt wieder sehr nett war. Da er in Polen Medizin studiert hatte und einige Zeit auch in Deutschland war, konnte er sogar ein bisschen Deutsch.

Anders als in Deutschland betreut ein Assistenzarzt in der Anästhesie mehrere OP-Räume. Lediglich für die Narkose-Einleitung und die Narkose-Ausleitung muss er im Raum sein, dazwischen betreut ein Anästhesie-Pfleger den Patienten. Bei Problemen werden die Ärzte angerufen.

Angefangen habe ich dort morgens um acht Uhr, gegangen bin ich häufig schon gegen Mittag. Das lag vor allem daran, dass ich zur Zeit des „Ghost Month“ im Krankenhaus war.

Nach buddhistischem und taoistischem Glauben steigen in diesem Monat die Seelen und Geister der Verstorbenen auf, eine Operation während dieser Zeit bringt nach dortigem Glauben Unglück. Aus religiösen Gründen wollen sich viele Patienten daher nicht in diesem Monat operieren lassen, sodass die OP-Pläne am Nachmittag häufig sehr leer waren.

In Taiwan sind alle Menschen gesetzlich krankenversichert, sodass die medizinische Versorgung insgesamt sehr gut ist. Bei einem Arztbesuch müssen die Taiwanesen zusätzlich einen geringen Geldbeitrag bezahlen. Dieser Anteil ist bei einem Besuch in der Notaufnahme höher als bei einem Besuch beim Allgemeinmediziner. Dennoch gehen viele Taiwanesen lieber in die Notaufnahme, die dementsprechend voll ist.

Generell war unsere ifmsa-Gruppe in Taipei unglaublich engagiert und organisiert.

So wurde zum Beispiel jeder von uns zehn Incomings täglich von einem CP ins Krankenhaus begleitet. Diese haben die Arzt-Patienten-Gespräche übersetzt und Organisatorisches geklärt sowie bei Problemen geholfen.

Insgesamt hatte ich eine schöne Famulatur. Dies lag zum Großteil an den freundlichen Ärzten und unseren tollen CPs.

Land und Leute

Im Voraus hatte ich mich für die Hauptstadt Taipei entschieden, um die Möglichkeit zu haben, abends bzw. nachmittags nach dem Krankenhaus noch Unternehmungen machen zu können.

Die Krankenhäuser in denen ich famuliert habe waren glücklicherweise sehr stadtzentral. Während meines Aufenthaltes habe ich Incomings auch aus anderen Krankenhäusern in Taipei kennengelernt. Die Krankenhäuser lagen allerdings teilweise eine Stunde vom Stadtzentrum Taipeis entfernt. Falls ihr euch für Taipei entscheidet und ihr abends noch raus möchtet, würde ich versuchen in einem zentralen Krankenhaus zu famulieren.

Eigentlich wäre unsere Incoming-Gruppe in einem Wohnheim neben der Taipei-Medical-University untergebracht worden, aufgrund von Renovierungen waren wir in einem Hostel. Im Nachhinein betrachte ich das als glücklichen Zufall, da das Hostel zentral gelegen war. Es lag unweit von der Zhongshan Metro-Station, die in weniger als fünf Minuten fußläufig zu erreichen war.

Die Sehenswürdigkeiten bzw. Orte in Taipei, die mir am besten gefallen haben, waren Taipei 101, Elephant Mountain, Shilin Nightmarket, die National Chiang Kai-shek Memorial Hall, Ximending sowie die unzähligen Tempel.

Die Aussichten von Taipei 101 und Elephant Mountain sind wunderschön. Elephant Mountain bietet sich für ein abendliches Picknick mit Panorama-Blick auf die Stadt an.

In Taipei gibt es viele Nightmarkets, am besten gefallen hat mir der Shilin Nightmarket. Obwohl dieser sehr groß und häufig voller Touristen ist, bin ich mehrere Male zum Abendessen dort gewesen.

Die National Chiang Kai-shek Memorial Hall fand ich aufgrund der Größe sehr eindrucksvoll. Toll fand ich den Guard-Wechsel, der in der Woche von 10-16 Uhr stündlich stattfindet.

Ximending ist ein sehr modernes Stadtviertel, in dem sich viele junge Leute aufhalten. Dort gibt es unzählige Einkaufsmöglichkeiten und viele, ansonsten teilweise schwer zu findende Bars.

Neben den abendlichen Unternehmungen haben wir an den Wochenenden Ausflüge gemacht.

An unserem ersten Wochenende sind wir zu einem „Chinese Medicine Camp“ in Taichung gefahren.

Am zweiten Wochenende fand das National Social Programm statt, an dem ich teilgenommen habe. Wir sind in nach Keelung und Jiufen gefahren, in den Norden Taiwans.

Das dritte Wochenende wurde von unseren LEOs und CPs organisiert. Mit dem Bus sind wir nach Chiayi und Alishan sowie in den dortigen National Park gefahren.

Das vierte Wochenende haben wir in Hualien verbracht. Einige der CPs sind mitgefahren und da eine von ihnen ursprünglich dort herkam, hat sie uns herumgeführt.

Am fünften Wochenende war ich mit zwei anderen Incomings am Sun-Moon-Lake.

Während meines Aufenthaltes konnte ich viele Taiwanesen kennenlernen. Im Allgemeinen sind sie sehr nett und hilfsbereit. Viele freuen sich, wenn sie europäische Gesichter sehen. Wenn man als Europäer alleine unterwegs ist, kommt es nicht selten vor, dass man gefragt wird, wo man herkommt und was macht in Taiwan macht.

Unsere Contact Persons und LEOs haben sich außerordentlich viel Mühe gegeben. Für uns wurden eine Welcome Party, eine Game Night, eine Cooking Night und eine Farewell Party sowie das Wochenende in Chiayi/ Alishan organisiert. Durch die engen Kontakte mit den CPs habe ich viel über die Kultur lernen können und faszinierende Orte gesehen, die ich alleine niemals besichtigt hätte.

Fazit

Im Voraus hatte ich keine besonderen Erwartungen an die Famulatur, ich habe mich vor allem darauf gefreut, Asien kennenzulernen. Obwohl ich schon Auslandserfahrungen hatte, hatte ich vorher Bedenken wie es sein würde, alleine zu reisen und niemanden zu kennen.

Im Nachhinein stellten sich diese Sorgen als vollkommen unbegründet heraus. Die Taiwanesen sind überaus höflich und hilfsbereit. Die Kultur unterscheidet sich teilweise stark, dies hat für mich aber den besonderen Reiz ausgemacht. Während des Aufenthaltes habe ich viele tolle Menschen und neue Freunde kennengelernt.

Taiwan ist ein wunderschönes Land, dass eine traumhafte Landschaft mit Bergen, dschungelartigen Wäldern und weiten Ozeanen bietet. Gleichzeitig gibt es in Taipei viele kulturelle Angebote und Sehenswürdigkeiten.

Insgesamt ist Taiwan für eine Famulatur und als Reiseland absolut empfehlenswert. Ich hatte eine wirklich wunderschöne Zeit.

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