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Morocco (IFMSA-Morocco)

Pädiatrie - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Nils, Düsseldorf

Motivation

Nach den ersten drei Jahren des Medizinstudiums in Düsseldorf, drei Monaten Pflegepraktikum und einer Famulatur wollte ich unbedingt auch mal raus aus Deutschland, um andere Wege, Medizin zu lernen, zu lehren und zu praktizieren kennen zu lernen. Nachdem ich zuvor ein Semester mit Erasmus Plus in Montpellier in Frankreich studiert hatte, wollte ich anschließend gerne in einem französischsprachigen Land famulieren (natürlich sprechen in Marokko bei weitem nicht alle französisch!). Marokko hat mich außerdem interessiert, weil es immer noch ein Entwicklungsland und auch ein arabisch geprägt ist – und damit kulturell und sprachlich für uns aus dem europäischen Raum interessanter denn je.
Ich bewarb mich in Marokko also nicht nur, um zu lernen, wie man auch mit weniger Ressourcen Medizin lehren und praktizieren kann, sondern auch, um einen Einblick in das Leben der Menschen dort, ihr Land und ihre Kultur kennenzulernen.

Vorbereitung

Tatsächlich muss ich den geneigten Leser an dieser Stelle enttäuschen: Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten! Das Bewerbungsverfahren ist auf der Website der BVMD sehr detailliert und gut erklärt. Natürlich muss man im Verlauf einen offiziellen Englisch-Sprachtest ablegen, ich habe außerdem einen an der Uni absolvierten Französisch-Kurs eingereicht, um diese Sprachkenntnisse nachzuweisen.
Die BVMD bietet bei Bedarf ein einmal im Jahr stattfindendes „Pre-Departure“ Training an, das ich allerdings nicht wahrnehmen konnte.
Solltet ihr zum Bewerbungsverfahren weitere Fragen haben, könnt ihr euch (meiner persönlichen Erfahrung nach) jederzeit gernean euren LEO (Local Exchange Officer) wenden.

Es ist möglich, vor Antritt der Famulatur einen Reisekostenzuschuss zu beantragen. Hierüber wird aber noch einmal vor Antritt des Praktikums informiert. Für Marokko kann man eine Unterstützung von über 300 Euro erhalten!

Visum

Das Beantragen eines speziellen Visums für Marokko ist nicht nötig. Bei der Einreise füllt man vor der Passkontrolle ein kurzes Formular aus und erhält dann ein drei Monate gültiges Touristenvisum. Natürlich braucht man zur Einreise einen über den Aufenthaltszeitraum gültigen Reisepass.

Gesundheit

Ich reise normalerweise ohne spezielle Reise-Apotheke. Meinen Impfschutz habe ich nicht erweitert, bin aber sowieso im Rahmen meines Medizinstudiums gegen Hepatits A, aufgrund vorhergehender Reisen gegen Gelbfieber und Tollwut geimpft (alle weiteren Impfungen entsprechend der Empfehlungen des RKI). Ich habe eine private Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen, die Reisen außerhalb der EU abdeckt. Diese sind meist günstiger, wenn die Reisezeit maximal sechs Wochen am Stück beträgt (wie in meinem Fall – 9,95 Euro pro Jahr).
Spezielle Gesundheitsuntersuchungen waren nicht nötig.
Über spezielle Krankheiten in Marokko ist mir nichts bekannt. Allerdings ist es ratsam, sich vor Skorpionen und Schlangen in Acht zu nehmen. Auf meiner Station (pädiatrische Notaufnahme) hatten wir täglich mehrere Fälle von Skorpion-Stichen oder Schlangenbissen. Vor Infektionskrankheiten wie TBC, Hepatitiden, HIV (usw.) sollte man sich im klinischen Umfeld (wie mehr oder weniger in jedem Land, nicht im Besonderen) mit geeigneten Maßnahmen schützen.

Sicherheit

Marokko ist kein wohlhabendes Land. Natürlich empfiehlt es sich, Wertgegenstände nicht offen zur Schau tragen, (nachts) dunkle Gassen zu meiden und nicht alleine (!, insbesondere als Frau!) unterwegs zu sein. Ich habe mich allerdings nicht speziell darauf vorbereitet, die Sicherheitslage in Marokko würde ich generell als gut beschreiben. Ich persönlich kann mich an keine unangenehme Situation (von ein paar aufdringlichen Straßenhändlern mal abgesehen) erinnern. Allerdings habe ich von Freunden, die in Marokko als Touristen unterwegs waren auch schon gehört, dass es zu unangenehmen Situationen gekommen ist, insbesondere Frauen gegenüber. Das waren aber immer Einzelfälle.
Insgesamt habe ich mich sehr wohl gefühlt – als Fremder wird man auch in Marokko häufig von Einheimischen angesprochen, oft aber (ich war überrascht) tatsächlich nur aus ehrlichem Interesse und um ein kurzes Gespräch zu führen.

Geld

Die Währung in Marokko ist der Dirham (ein Euro sind zurzeit ca. 11 Dirham), in der Regel wurden keine anderen Währungen akzeptiert. Es empfiehlt sich, immer Bargeld mit sich zu führen (kleine Scheine sind nicht verkehrt), da man auf der Straße ausschließlich bar bezahlen kann. In größeren Geschäften ist bisweilen Kartenzahlung möglich, das ist aber eher die Seltenheit. Es gibt zahlreiche Banken und Geldautomaten, sodass das Abheben oder Wechseln vor Ort meistens kein Problem darstellen sollte.
Die Lebenshaltungskosten waren vergleichsweise niedrig – Miete musste keiner von uns Incomings bezahlen, Lebensmittel und auch (Straßen-)Restaurants / Stände sind sehr billig (Ein vollwertiges Mittagessen gibt es für ca. drei Euro). Es empfiehlt sich, nicht in den größeren Supermärkten einzukaufen - dort sind die Preise meist deutlich höher.

Sprache

Die offiziellen Sprachen Marokkos sind Arabisch und Berber. Als dritte, inoffizielle Sprache kommt Französisch als Bildungssprache und Sprache der „Elite“ dazu. Ich kam aus einem Erasmussemester in Frankreich und sprach dementsprechend recht gut Französisch, auf Arabisch habe ich aber auch nach einem Monat nur einige Worte gesprochen.
Im Krankenhaus ist Französisch eigentlich ein Muss – das Medizinstudium ist in Marokko auf Französisch, weswegen alle Ärzte/Ärztinnen, Studierenden und auch das Pflegepersonal sehr gut Französisch sprechen. Mit Englisch kommt man meistens auch zurecht – wenn man Glück hat, und die Ansprechpartner zufällig auch Englisch sprechen.
Ich hatte recht naiv angenommen, dass Französisch als Sprache in Marokko recht weit verbreitet ist, tatsächlich spricht es ein größerer Teil der Bevölkerung (insbesondere Nicht-Akademiker) nur in Bruchstücken, manchmal auch gar nicht.
Im Krankenhaus war dadurch die Kommunikation mit den Patienten oft schwierig, obwohl uns immer jemand (Ärzte/Studierende) mit einer Übersetzung beistehen konnte.
Ich halte ein Level B1 in Französisch für sehr sinnvoll, natürlich bringt einen arabisch (bzw. marokkanisch) deutlich weiter. Englisch ist aber auch nicht zu unterschätzen – spätestens um sich mit den anderen „Incomings“ zu unterhalten.

Verkehrsbindungen

Die Anreise nach Marokko gestaltet sich recht problemlos per Flugzeug (Anreise über den Landweg ist aber sicherlich auch möglich). Ryanair beispielsweise (als einer mehrerer möglicher Billigfluganbieter) fliegt aus Deutschland sehr preiswert mehrere marokkanische Flughäfen an. Nach meinem Flug wurde ich in Fes vom Flughafen von einem Mitglied von IFMSA abgeholt und zu meiner Unterkunft gebracht.
Zwischen den großen Städten in Marokko gibt es relativ preiswerte und zuverlässige Zugverbindungen, auch das Reisen mit Fernbussen ist möglich und recht kostengünstig.
Innerhalb der Stadt empfiehl es sich sehr, auf Taxis zurückzugreifen. Sobald der Fahrer das Taxameter angeschaltet hat, ist man vor „Abzocke“ sicher. Dann ist die Fahrt (insbesondere wenn man teilt) auch sehr günstig, die Taxifahrer sind meistens sehr freundlich und bringen einen auf dem schnellsten Weg überall hin. Bei längeren Distanzen bieten sich die sogenannten „Grands Taxis“ an, die von Stationen innerhalb von Fes das weitere Umland bedienen.
Nach Europa zurückgekehrt bin ich dann mit dem Zug und der Fähre (nach Spanien).

Kommunikation

In Marokko kann man sich für sehr wenig Geld eine Prepaid Sim-Karte kaufen, und ist damit sehr schnell und einfach unabhängig von WiFi-Hotspots. Ich selbst habe Orange genutzt, es gibt aber noch weitere Anbieter.
In unserer Unterkunft gab es (im Gemeinschaftsraum) aber auch WiFi, außerdem LAN-Verbindungen in den Zimmern, sodass man (geeignete Hardware vorrausgesetzt) auch im Zimmer in den Genuss einer Internetverbindung kommen konnte.

Unterkunft

Alle (18) Incomings in Marokko wurden in einem privaten Studentenwohnheim untergebracht, in dem neben uns auch einige Marokkaner/Marokkanerinnen wohnten. Neben (streng nach Geschlecht getrennten) Zimmern, die wir uns zu zweit oder zu dritt geteilt haben, gab es einen Gemeinschaftsraum, in dem wir uns treffen konnten.
Die Zimmer waren jeweils mit einer Klimaanlage (sehr angenehm), einer kleinen Kochplatte und einem Kühlschrank ausgestattet. Kochen war somit zwar möglich, dank sehr eingeschränkter Ausstattung aber kein großes Vergnügen.
Zu jedem Zimmer gehörte außerdem ein eigenes Bad.
Wir wurden zwar vorher darum gebeten, eigene Bettwäsche mitzubringen, schlussendlich wurde sie uns dann aber doch gestellt.
Im Gemeinschaftsraum gab es WiFi, auf den Zimmern auch LAN-Anschlüsse.
Die Unterkunft liegt nur ca. 200 Meter vom Universitätskrankenhaus (CHU Hassan II) entfernt am Stadtrand. Zur Stadtmitte (Medina) sind es ca. zehn Minuten mit dem Taxi.
Die Unterkunft war nicht schlecht, im Gemeinschaftsraum haben wir insbesondere an sehr heißen Nachmittagen und auch spät abends eine Menge Zeit verbracht.

Literatur

Ich habe mich vor Fahrtantritt vor allem (und wenn überhaupt) mithilfe eines Reiseführers über Marokko informiert. Viele weitere wichtige Informationen haben wir in der für uns erstellten Facebook-Gruppe und von unseren „Contact-Persons“ vor Fahrtantritt erhalten.
Recht hilfreich war auch der „Survival Guide for Fes“, der von dortigen Mitgliedern von IMSA zusammengestellt und uns vor Fahrtantritt zur Verfügung gestellt wurde.
Auf den Erwerb französischsprachiger Fachliteratur habe ich verzichtet.

Mitzunehmen

Mein Gepäck würde ich wohl als normales Reisegepäck bezeichnen(ein klassische Deuter-Wanderrucksack). In Marokko ist es im Sommer sehr warm. Trotzdem ist es natürlich wichtig, für den Bedarf mindestens eine lange Hose und vielleicht auch ein bis zwei warme / langärmelige Oberteile einzupacken. Aus kulturellen Gründen kann es von Vorteil sein, nicht zu viel Haut zu zeigen (in Marokko eher unüblich). Festes Schuhwerk kann bei Wochenendausflügen von Vorteil sein.
Für das Praktikum im Krankenhaus braucht ihr neben einem Stethoskop die entsprechende Kleidung. Das kann abhängig von der Station ein Kasack (+Hose) oder ein Kittel sein. Ich habe beides mitgebracht und auch gebraucht.
Einmal im Monat wird eine „International Food and Drink“-Party ausgerichtet… heimische „kulinarische“ Spezialitäten mitzubringen ist also definitiv eine gute Idee.
Gerne mitgenommen hätte ich außerdem etwas „typisch deutsches“, dass ich am Ende als Abschiedsgeschenk hätte verwenden können.

Reise und Ankunft

Meine Anreise verlief problemlos (Ryanair-Flug von Weeze nach Fes). Am Flughafen wurde ich von einem örtlichen Mitglied von IFMSA abgeholt und direkt zur Unterkunft gefahren (unglaublich nett!). Natürlich gibt es sonst auch die Möglichkeit, mit dem Taxi in die Stadt zu kommen.
Ich kam spät abends an, direkt am nächsten Tag war der erste Praktikumstag. Morgens sind wir geschlossen mit zwei marokkanischen Medizinstudentinnen zum Krankenhaus (CHU Hassan II) gelaufen, und wurden dort nach und nach (unter ihrem Beisein) den Leitungen der jeweiligen Kliniken vorgestellt. Das Ganze lief sehr reibungslos ab, ich musste keine weiteren Dokumente vorlegen. Alles war organisiert.
Gegen halb elf Uhr konnten wir unser Praktikum dann tatsächlich antreten.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich hatte mich für ein Praktikum in der Pädiatrie beworben. Schlussendlich war ich dann die gesamten vier Wochen in der pädiatrischen Notaufnahme beschäftigt. Ein Wechsel in einen anderen Bereich der Pädiatrie wäre sicherlich möglich gewesen, mir hat es in der Notaufnahme aber sehr gut gefallen.
In der Pädiatrie waren wir drei „Incomings“. Am ersten Tag haben wir uns zuerst dem Leiter der Pädiatrie vorgestellt, und wurden danach von einer marokkanischen Medizinstudentin in der Notaufnahme vorgestellt.
Ein normaler Tag begann normalerweise morgens um neun mit einer circa einstündigen Besprechung von Fällen, die am vorhergehenden Tag in der Notaufnahme vorstellig wurden. Den Rest des Vormittages verbrachten wir dort.
Die pädiatrische Notaufnahme besteht aus einem chirugischen Teil (Trauma/chirugische Eingriffe) und einem Teil für innere Medizin, in dem ich beschäftigt war. Beide befinden sich in den gleichen Räumlichkeiten, agieren aber meist unabhängig voneinander.
Die medizinische Notaufnahme unterteilt sich in die Bereiche „Consultation“, „Observation“ und „Dechocage“, in denen wir rotierten:
In „Consultation“ stellten sich die Kinder mit ihren Eltern zuerst vor. Hier erhoben wir gemeinsam mit den Ärzten und marokkanischen Studierenden die Anamnese, werteten Befunde aus und führten körperliche Untersuchungen durch. Anschließend wurden die Patienten und Patientinnen hier sortiert: Muss eine Behandlung eingeleitet werden? Kann diese ambulant durchgeführt werden oder muss der Patient/die Patientin aufgenommen werden?
Wir durften hier sehr selbstständig (an unseren „eigenen“ Fällen) arbeiten.
In „Observation“ lagen die Kinder, die zwar für einige Tage stationär bleiben mussten, aber keine engmaschige Überwachung benötigten.
Da in diesem Teil der Station die medizinische Arbeit vor allem aus Dokumentation bestand, waren wir hier selten.
Der dritte und letzte Teil „Dechocage“ ist der intensivmedizinische Bereich der Notaufnahme: Hier durften wir auch selbst invasive Eingriffe (wie das Legen von beliebigen Kathetern) durchführen.
Uns wurde außerdem ermöglicht, im chirurgischen Teil der Notaufnahme aktiv zu werden, und sind somit mit der Wund-/ Traumaversorgung vertraut gemacht und betraut worden.
Unser Praktikum endete in der Regel gegen Ein Uhr. Wochenenddienste und Nachschichten waren nicht vorgesehen.
Das Praktikum hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die marokkanischen Medizinstudierenden, Ärzte und Ärztinnen waren sehr hilfreich, haben uns gefördert und gefordert. Insbesondere das selbstständige Arbeiten mit Kindern, aber auch das Durchführen von Maßnahmen wie Nähen wurde uns gezeigt.
Insgesamt war das Verhältnis zwischen uns und den dort angestellten Beschäftigten sehr herzlich und offen. Einige sind sogar zu Freunden geworden.
Es ist sehr empfehlenswert, Französisch zu sprechen, da auch im Krankenhaus bei weitem nicht alle englisch, aber mit großer Sicherheit immer Französisch sprechen.
Die medizinische Ausbildung in Marokko ist im Vergleich zum deutschen System deutlich praxisorientierter - so waren bereits die „Interns“ (äquivalent zu deutschen „PJlern“) beeindruckend fähig.
Insgesamt ist das marokkanische System deutlich mehr auf Selektion ausgelegt als das deutsche, die marokkanischen Studierenden stehen also unter einem deutlich höheren Druck.

Land und Leute

Natürlich blieb neben dem Praktikum jede Menge Zeit für Unternehmungen. Gemeinsam mit den sechszehn anderen „Incomings“ haben wir uns unter der Woche viel in Fes und der Umgebung herumgetrieben, uns in der Medina (Altstadt) verlaufen, Märkte erkundet, uns mit marrokanischen Medizinstudierenden getroffen… das Programm war reichhaltig! An den Wochenenden sind wir geschlossen als Gruppe zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten gefahren: Am ersten Wochenende ging es nach Chefchauoen („die blaue Stadt“), am zweiten nach Marrakesch, und das letzte Wochenende haben wir in Merzouga, also in der „Wüste“ verbracht. Diese Ausflüge wurden komplett von den marokkanischen Medizinstudierenden von IFMSA organisiert und waren zu einem großen Teil kostenlos. Es war schön, mit der Gruppe zu verreisen, so hatten wir die Gelegenheit, auch noch einige andere Seiten von Marokko kennen zu lernen. Natürlich bei weitem nicht alle!

Marokko ist ein Land voller Kontraste: Zwischen Arm und Reich, zwischen Vergangenheit und Zukunft – ein Land im Umbruch. Marokko ist sehr durch den Islam geprägt, die Jugend (mit der wir viel zu tun hatten) sieht sich häufig im Konflikt zwischen Tradition, den teils strengen Regeln und dem Streben nach eigener Entfaltung und Freiheit. Viel geschieht im Verborgenen.
Einige der uns betreuenden IFMSA-Studierenden haben sich sehr um uns gekümmert. Häufig wurden wir auch von anderen Marokkanern, Ärzten, oder Studierenden nach Hause eingeladen, wo wir die unglaubliche Gastfreundschaft der Marokkaner kennen lernen durften. Es ist wirklich kaum zu glauben, wie freundlich die Menschen waren!
Generell sind die Menschen in Marokko nach meinem Eindruck sehr offen, interessiert und hilfsbereit. Insgesamt habe ich mich sehr wohl gefühlt – als Fremder wird man auch in Marokko häufig von Einheimischen angesprochen, oft aber (ich war überrascht) tatsächlich nur aus ehrlichem Interesse und nicht, um einem etwas „anzudrehen“.
Um und in touristischen Hotspots (die Medina von Fes gehört dazu) ist die Lage anders: Hier muss man als Europäer (also „Tourist“) damit rechnen, dass einem Plätze in Restaurants, Kleidungsstücke, Mitbringsel und Führungen teilweise recht offensiv angeboten werden. So etwas lässt sich aber mit einem freundlichen „Nein, Danke“ recht schnell klären.
Das Essen in Marokko ist sehr vielseitig. Die Auswahl in vielen Restaurants beschränkts sich (zumindest in Fes) überraschend auf „Tacos“, „Paninis“, „Pasta“ und „Pizza“. Lasst euch davon nicht täuschen – die marokkanische Küche kann deutlich mehr! Eine vegetarische Ernährung ist schwierig, aber möglich – ich selbst habe mich dem Vegetarierdasein für einen Monat entsagt.
Gerne hätte ich nach dem Praktikum in Fes noch einige Wochen Zeit gehabt, um noch weitere Teile des Landes kennenzulernen. Da ich aber recht schnell wieder in Deutschland sein musste, habe ich es auf dem Weg nach Spanien nur noch nach Rabat und Tanger geschafft, bevor ich mit der Fähre das Mittelmeer überquert habe.

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich eine wunderbare Zeit in Marokko verbracht habe: Im Praktikum wurden wir hervorragend betreut und hatten die Gelegenheit, eine Menge zu lernen und zu tun. Die lokalen Mitglieder von IFMSA haben sich sehr gut um uns gekümmert, wir hatten ein tolles „Social Program“. Wir „Incomings“ haben schnell zusammen gefunden, und sind in kürzester Zeit zu einer tollen Gruppe zusammen gewachsen, die viel gemeinsam erlebt hat. In Marokko für eine längere Zeit zu leben kann ich mir zwar nicht vorstellen, ich überlege aber, im praktischen Jahr einen Teil meiner Ausbildung hier zu absolvieren.
Die Menschen dort waren sehr offen und freundlich. Ein vom Islam geprägtes Land einmal selbst zu erleben, kann ich auch im Zuge aktueller politischer Entwicklungen nur jedem empfehlen: Wie wenig in Deutschland geführte, erhitzte Debatten bisweilen mit der Realität zu tun haben!
Ich kann jedem nur wärmstens empfehlen, einmal ein Praktikum im Ausland zu machen. Wenn nicht in Marokko, dann eben an einem anderen Ort. Eine wichtige Erfahrung ist es in jedem Fall!
(Marokko ist toll) المغرب رائع

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