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IFMSA - Egypt(Egypt);PCR in diseases Diagnosis

Verschiedene - SCORE (Forschungsaustausch)
von Daria, Homburg

Motivation

Meine Motivation für einen Austausch war, Englisch zu verbessern, eine neue Sprache zu lernen und in einem ausländischen Labor zu forschen.
Ich hatte mich für Ägypten und Italien interessiert. Als Restplatz war von den beiden nur noch in Ägypten was frei. Nachhinein bin ich mehr als glücklich, einen Austausch in Ägypten gemacht zu haben.
An den Nachmittagen hatte ich vor, eine arabische Sprachschule zu besuchen. Dies hat aber nicht geklappt, da wir fast jeden Tag mit den Einheimischen unterwegs waren (was natürlich schöner war).

Ich hatte kaum Erwartungen. Da ich schon mal in einem afrikanischen Land einen Austausch gemacht hatte, wusste ich, dass ich erstmal einen Kulturschock bekommen, mich aber daran gewöhnen werde.

Vorbereitung

Ich habe mich sehr spontan entschieden, an dem Austausch teilzunehmen und habe mich kaum vorbereitet, etwas angeschaut oder Erfahrungsberichte durchgelesen und hatte absolut keine Erwartungen. Dafür, dass ich so unvorbereitet war, hatte ich trotzdem keine Schwierigkeiten während des Auslandsaufenthalts.

Nachhinein hätte ich ein Paar Erfahrungsberichte durchlesen sollen.
Ich hätte einen Arabisch Sprachkurs besucht.
Ich hätte mehr über die Geschichte, Kultur und Religion durchgelesen und mir Dokumentationsfilme über den alten Ägypten angeschaut (weil es dann die Tempelbesuche, zum Beispiel, viel interessanter macht).

Visum

Um nach Ägypten mit dem Reisepass einzureisen, muss dieser noch 6 MONATE gültig sein. Man kann auch mit dem Personalausweis einreisen, dafür braucht man 2 BIOMETRISCHE BILDER.
Das Visum macht man vor Ort im Flughafen on arrival, kostet 25Euro, geht ganz schnell und ohne Probleme. Man gibt die Euros an der Kasse ab und bekommt noch ein Paar ägyptische Pfund zurück. Mit der Quittung bekommt man an dem Ausgang dann das Visum in den Reisepass.

Ich hatte vor dem Austausch eine Botschaft in Hamburg angerufen, um zu fragen, ob das wirklich so einfach geht. Die haben mich über das Visum on Arrival gar nicht informiert, meinten, für das Visum sollte ich auf jeden Fall in die Botschaft mit biometrischen Bidern persönlich kommen, was viel umständlicher wäre.

Gesundheit

Ich hatte vor der Einreise keine Impfprophylaxe.
Viel Loperamid für die Reiseapotheke mitgenommen, hatte die aber nicht eingenommen.
Am Anfang hatten wir aber alle Magen-Darm-Probleme, da das Essen sehr fettig ist.

Ich habe eine Laktoseintoleranz. LAKTASE ist in Cairo nicht zu finden bzw die Apotheker wissen auch nicht, was das ist. Und Milch ist in jedem Gericht und im Brot enthalten, also genügend Tabletten mitbringen, falls nötig.

Das WASSER sollte man NICHT TRINKEN. Gemüse und Obst mit dem Wasser waschen oder das Abkochen des Wassers ist dann in Ordnung. Manche Incomings haben alles mit dem Trinkwasser gemacht, auch Zähne geputzt, was ich persönlich übertrieben fand.

Sicherheit

Ich hatte etwas Angst wegen der Sicherheit in Ägypten, da das auswärtige Amt auf der Homepage vor einer Einreise gewarnt hat.
Ich habe mich in Ägypten aber sehr sicher gefühlt.
Es sind überall Security und Polizei. An den Eingängen zu jeder Sehenswürdigkeit oder Malls steht sehr viel Sicherheitspersonal, die Taschen werden gescannt oder kontrolliert.
Das Ain Shams Krankenhaus liegt neben dem Verteidigungsministerium. Jedes Fahrzeug und jede Person wird überprüft. Es kommt niemand Fremdes auf das Gelände und auch vor den Dorms sind immer Securities. Es war ein Frauenwohnheim, da dürfen auch keine Männer rein.
Wir mussten nie alleine unterwegs sein. Andere Incomings oder IFSMA-Leute sind meistens dabei. Ich war aber auch alleine unterwegs und auch alleine Uber gefahren und habe mich sicher gefühlt.

Als Frau sollte man in Cairo mindestens KNIELANGE KLEIDER tragen und nicht viel Décolleté zeigen. In den URLAUBSORTEN und in LUXOR kann man AUCH KURZE KLEIDER tragen.

Ich habe mich nur auf der Sinai-Halbinsel etwas unwohl gefühlt, als wir mit den Bussen nachts nach Dahab gefahren sind. Wir mussten ein Paar Mal rausgehen, um unser Gepäck von der Polizei und den Spürhunden kontrollieren zu lassen. War anscheinend ein ganz normales Procedere dort an den Grenzen.

Geld

In Ägypten bezahlt man mit dem Ägyptischen Pfund (LE), 20 LE = 1 Euro wert.
Es ist alles unfassbar GÜNSTIG. Eine halbe Stunde Uber-Fahrt: ca 40 LE= 2Euro; Essen im Restaurant abends um die 3-4 Euro; ein Tee: 0,5 Euro. Das meiste Geld gibt man für die Wochenendtrips aus. Die sind aber auch im Vergleich zu Deutschland sehr günstig (für eine 4-tägige Nilcruise haben wir um die 200 Euro gezahlt).
Geldautomaten findet man im Krankenhaus oder in den Malls. Man kann auch mit einer Kreditkarte zahlen.
Ich habe meistens Bar bezahlt. Man sollte schauen, dass man genug Kleingeld Parat hat, weil alles so wenig kostet und die Verkäufer nicht viel Wechselgeld dabei haben. Es kommt auch vor, dass man statt 1 Pfund (= 2Cent) ein Kaugummi oder Süßigkeit als Wechselgeld bekommt.
Da man meist in einer Gruppe unterwegs ist, empfehle ich die GELD-SHARINGs APPs. Einer zahlt, erst Nachhinein wird die Rechnung geteilt. Man hat meist nicht genug Kleingeld dabei und man kann in Restaurants nicht separat zahlen.

Sprache

In Ägypten spricht man den ägyptischen Dialekt des Arabisch.
Es ist aber ein Dialekt, den alle anderen arabische Länder verstehen würden. Also wenn man Arabisch lernen möchte, lohnt es sich Ägyptisch zu lernen.
Es ist lohnenswert, wenn man zu Beginn schon ein Paar ÄGYPTISCHE FLOSKELN wie Hallo, Bitte, Danke und die ZAHLEN verstehen kann. Ich habe leider erst in den ersten Tagen angefangen, ein Paar Wörter zu lernen. Nachhinein hätte ich einen Sprachkurs davor machen sollen, da man dann die Sprachkenntnisse vor Ort extremst verbessern könnte. Jeder Ägypter freut sich, dir arabische Wörter beizubringen.

Die ÄRZTE und Medizinstudenten sprechen besser ENGLISCH als die meisten deutschen Ärzte, da das Studium auf Englisch ist. Ich konnte da meine Sprachkenntnisse sogar verbessern.
Das andere Krankenhauspersonal versteht aber kein Englisch, man verständigt sich dann mit den Händen und Füßen.

Verkehrsbindungen

Flüge nach Kairo sind günstig, ich habe 260 Euro hin und zurück bezahlt, hatte aber nur einen 7 Kilogramm Backpack als Handgepäck inklusive.

In Kairo ist UBER sehr bequem und sicher. Man kann auch bargeldlos bezahlen. Man bekommt ab und zu Uber-Gutscheine per SMS.
Die FMSA-Leute haben uns auch oft mit deren Autos abgeholt. Der STRAßENVERKEHR ist extrem CHAOTISCH und erschreckt erstmal einen. Man gewöhnt sich aber schnell daran. Die FMSA-Leute fahren sehr gut. Aber wundert euch nicht, wenn ihr auch mal zu sechst in einem 5-Sitz-Auto fahren müsst.

Zwischen Städten fahren Busse und Züge, aber das organisieren dann die IFMSA-Leute.

Kommunikation

Es gibt NIRGENDS WLAN, AUCH NICHT IN DEN DORMS.
Gleich nach der Ankunft habe ich eine SIM-KARTE bekommen und mir DATENVOLUMEN geholt. Es ist SEHR GÜNSTIG, kostet ca 5 Euro für 8GB. Habe alles mit dem Datenvolumen gemacht, was ich auch mit WLAN machen würde, auch einen Hotspot für meinen Laptop eingerichtet. Musste EINMALIG das Datenvolumen innerhalb des Monats AUFLADEN. Die anderen Studenten haben gar nicht aufladen müssen.

Unterkunft

Die Unterkunft ist im WOHNHEIM des Krankenhauses auf dem Gelände. Ich habe mit drei Mädels im Zimmer gewohnt, es war total nett und genug Platz, hätte das auch gegen ein Einzelzimmer nicht tauschen wollen. Es gibt KEINE wirkliche KÜCHE, aber Spüle, Wasserkocher und Kühlschrank. Bei uns waren KEINE TELLER, BECHER, BESTECK da.
Verpflegung gibt es ansonsten in der KRANKENHAUSKANTINE UMSONST. Das Essen ist zwar immer gleich, aber ganz okay. Den Feta-Käse vom Frühstück vermisse ich immer noch.
Abends sind wir immer in die Stadt essen gegangen.
Der Dinner in der Kantine ist von 22 bis 24 Uhr, das fanden wir ganz witzig. In der Kantine werden morgens Gebete im Fernsehen gespielt, das fand ich persönlich sehr meditativ.

BETTWÄSCHE und Kissen werden GESTELLT, Handtücher muss man selbst mitbringen. Man kann seine Wäsche in der WÄSCHEREI im Krankenhaus waschen lassen, habe ich aber nicht genutzt, sondern per Hand gewaschen und auf dem Balkon aufgehangen.

Literatur

Vor der Reise habe ich mir nicht viel über Ägypten durchgelesen.
Habe mir einen Ägypten-Reiseführer runtergeladen, hatte aber keine Zeit den zu lesen. Die IFMSA Leute sagen was man alles besuchen könnte und kommen teilweise auch mit.
Nach dem Austausch habe ich sehr gute Dokumentarfilme über die ägyptische Hochkultur angeschaut und das Buch "der Alchimist" gelesen.

Mitzunehmen

MITBRINGEN:
- Ein FOTO für den Krankenhausausweis für den Eingang aufs Gelände. Man musste den vorzeigen, wenn man mit dem Uber reinfahren möchte.
- SONNENCREME, SONNENBRILLE
- BADETUCH, BEACHTUCH
- Als Frau einen SCHAL für die MOSCHEEN, kann man aber auch da sehr schöne kaufen.
- POWERBANK für Handy/Kamera

VERMISST:
- KLEIDERBÜGEL, um die Wäsche zum Trocknen aufhängen
- Teller, Becher, Besteck, da in der Küche keine vorhanden sind. Wir haben dann Plastikgeschirr gekauft, um in den Dorms z.B. Müsli zu essen.
- LAKTASE
- HUT, KURZE SHORTS und KURZE KLEIDER, da es auf den Ausflügen in die Urlaubsorte oder Luxor sehr heiß ist.
- Mehr Kleidung zum Ausgehen, da man ständig abends Essen geht. Wir waren auch in einem Club.

Ich hatte nicht viel Kleidung mitgeknommen und wollte mir vor Ort etwas kaufen. Das war ein Fehler, da die KLEIDUNG in den MALLS zu kaufen viel TEUERer war als in Deutschland.

NICHT MITBRINGEN:
- Einen LAPTOP, da NIRGENDS WLAN.
- (Weißen Kittel hatte ich mitgebracht, aber nicht anziehen müssen)
- BETTWÄSCHE

Reise und Ankunft

Ich wurde von IFMSA-Leuten AM FLUGHAFEN ABGEHOLT und direkt in die Dorms gebracht. Dann habe ich am nächsten Tag meinen Ausweis in den Dorms für das Krankenhaus bekommen und wurde meinem Chef vorgestellt.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Mein Projekt war in der Histologie. Eigentlich wollte ich erst einen dermatologischen Projekt in Benha machen und dabei aber in Cairo wohnen und eine halbe Stunde pendeln, das ging aber nicht, da Benha doch zu weit entfernt ist. Nachhinein bin ich sehr froh darüber, dass ich doch in Cairo untergebracht war, das Pendeln wäre sonst auch zu umständlich geworden.
Die Methodik meines Projekts, Isolation und Präparation der Stammzellen, Zellkulturen, kannte ich schon aus meiner Doktorarbeit in Deutschland.
Ich bin öfter zu Ain Shams Hospital gegangen, meine Zimmernachbarin in der Neonatologie besuchen. Wir haben die Babies untersucht und die Ärzte erklärten uns die Krankheitsbilder und die aktuelle Therapieansätze. Einmal war ich auch bei einer Geburt dabei.

Einmalig hatten IFMSA-Leute einen Tagesausflug für alle Incomings in die plastische Chirurgie in die extrem moderne private Klinik, Al Jamila Hospital, geplant. Für mich war es sehr interessant, da ich davor noch nie in der Plastischen Chirurgie war. Wir haben Brustoperationen, Fettabsaugung oder Vaginoplastik gesehen. Wir wurden da als spezielle ausländische Gäste behandelt und sogar gefilmt und interviewed. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, die Klinik zu besuchen, kann ich es nur empfehlen.

Alle unsere ärztlichen Kollegen haben sich gefreut, uns was zu erklären und beizubringen, sie sprechen perfekt Englisch.
Wir haben uns nicht nur über medizinische Themen, sondern über Gott und die Welt unterhalten: über die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation in Ägypten, über die Traditionen und den Glauben. Sie haben uns Tipps gegeben, was wir alles in Ägypten machen und besuchen sollen. Sie haben mir die ägyptische Schrift beigebracht.

Das Pflegepersonal spricht kein Englisch, man kommuniziert mit Händen und Füßen. Da ich mich für die arabische Sprache interessiert habe, habe ich versucht mit ihnen ein wenig Arabisch zu sprechen, sie haben sich sehr gefreut und versucht mir was beizubringen.

Die medizinische Ausbildung in Ägypten scheint sehr gut zu sein. Die Medizinstudenten müssen sich von Anfang an bemühen, gute Noten zu bekommen, um am Ende einen hohen Score zu erreichen. Denn, nur wer hohe Punktezahl erreicht hat, kann die Fachrichtungen, die sehr beliebt sind (wie Kardiologie, Unfallchirurgie, Radiologie) machen oder eine universitäre Karriere starten.
Die Assistenzärzte verdienen anfangs sehr schlecht, um die 200Euro monatlich und arbeiten in 24 Stunden Diensten. Nach drei Jahren arbeiten sie in normalen Schichten und können neben dem Klinikjob noch in den privaten Kliniken was dazuverdienen. Da die Situation für die Assistenzärzte da so schlecht ist, gehen sehr viele Ärzte ins Ausland, vor Allem nach Deutschland oder UK.
Sie sind sehr interessiert, wie das Leben und die Arbeit in Deutschland sind und sind immer geschockt, wenn sie von den Löhnen aber auch von den Preisen in Deutschland erfahren.

Land und Leute

Cairo ist RIESIG, staubig, heiß und der STRAßENVERKEHR IST CHAOTISCH.
Die Stadt und die Bauweisen fand ich allgemein nicht schön.
Die Differenzen zwischen Reich und Arm sind gigantisch.
Die einheimischen Medizinstudenten, mit denen man die meiste Zeit was zu tun hat, sind aus sehr reichen Familien.
Die Menschen in Cairo sind ALLE UNGLAUBLICH FREUNDLICH.
Nach der Revolution 2011 gibt es sehr wenige Touristen in Cairo, so ist man einfach AUFFÄLLIG. Man wird immer angesprochen und alle möchten behilflich sein. Ich habe hunderte Male den Satz: „Where are you from?“, “Welcome in Egypt!" gehört. Ich wurde als eine blonde Frau wie ein Alien behandelt. Vor Allem Einwohner aus der Peripherie, die in Cairo zu Besuch sind, SEHEN SELTEN BLONDE MENSCHEN.
Mit uns wurden Selfies gemacht, mir wurden Babies in die Arme gedrückt und Fotos von mir und dem Baby geschossen worden. Anfangs war es etwas komisch, dann normal und am Ende hat es etwas genervt. Das war aber alles sehr freundlich und nett. Einmal habe ich einen Heiratsantrag von einem Passanten bekommen, das war aber auch nett, ich habe mich niemals belästigt gefühlt.

Wir waren fast jeden Tag mit den Einheimlichen Studenten von der IFMSA unterwegs, die haben uns überall mitgenommen, auch zu ihren Freunden. Das fand ich so cool. Die IFMSA-Leute haben jeden Monat Incomings und sind trotzdem nicht genervt davon, jedes Mal alles von Neu zu zeigen, und kümmern sich um jeden Einzelnen. Wir waren wie eine kleine Gang, die jeden Tag was unternommen hat, man musste niemals alleine sein. Meistens waren wir was Essen abends. Aber auch Sehenswürdigkeiten besucht: Moscheen, das ägyptische Museum, Pyramiden, Cairo-Tower, Koptik.
Wir waren auch in einem Club und haben einen kurzen Party-Nilboattrip in der Nacht gemacht.

Am Wochenende waren längere Trips von Donnerstag bis Sonntag organisiert, wobei die IFMSA-Studenten teilweise auch mit uns mit waren, was ich total cool fand.

Unsere WOCHENENDTRIPS waren:
1. NORTH COAST zum Beach und Alexandria.
2. DAHAB: Diving und Snorkeling, Beachboggies fahren in der Wüste, mit Badwings abends am Feuer unter Sternen chillen.
3. 4-Tage NILKREUZFAHRT vom LUXOR runter zum Aswan mit einem persönlichen Guide.
Das war mein persönlicher Favorit. All die Tempel und das Tal der Könige in Luxor, Aswan und Abu Simbel waren so faszinierend. Es war wie eine andere Welt. Diese Kultur des alten Ägyptens ist so unglaublich, wir waren alle einfach sprachlos. Auch wenn der Trip bei euch nicht geplant wird, versucht selbst nach Luxor zu kommen, es lohnt sich.

Ich wäre gerne länger geblieben, EIN MONAT ist definitiv ZU KURZ. Ich wollte gerne einen weiteren Monat da bleiben, um einen Sprachkurs zu machen. Wir haben auch was gutes und günstiges gefunden. Das Umbuchen des Rücktickets hätte 140$ gekostet, habe das im letzten Moment, schon im Flughafen, erfahren und dann doch entschieden, nach Hause zu fliegen und zu einem späteren Zeitpunkt zurück zu kommen.

Fazit

Die ganze Zeit in Ägypten war einfach wie ein orientalisches Märchen. Man muss sich in die Kultur und Traditionen eintauchen.
Ich werde es niemals vergessen, wie wir abends nach den erlebnisreichen Tagen im Auto durch die verrückten Straßen dieser Millionenstadt gefahren sind und die schöne orientalische Musik zum Entspannen gehört haben oder die neue arabischen Hits alle zusammen mitgesungen haben.
Der Austausch war unglaublich schön und unvergesslich. Ich habe es jeden Tag genossen und kann jedem empfehlen. Mein Highlight war, die alte ägyptische Hochkultur kennenzulernen, es hat alle meine Erwartungen übertroffen.

Ich habe da Freundschaften geschlossen, die ich sicher länger haben werde: einheimische Studenten, deren Freunde und die anderen Incomings aus Italien und Rumänien. Ich hatte Glück, so viele nette Menschen dort kennenzulernen. Wir haben alle geweint, als wir uns verabschieden mussten. Habe schon beschlossen, um die Weihnachtszeit nach Cairo zu fliegen, um da die Freunde zu besuchen und evtl einen Sprachkurs zu machen.

Nach dem Monat habe ich mich dann aber auch gefreut, wieder in Hamburg zu sein. Da war es schön kühl. Habe es umso mehr geschätzt, frische Luft einzuatmen und viel Grünes um sich zu haben. Außerdem habe ich mich auf einen wieder ruhigeren Straßenverkehr, WIFI überall und den Vollkornbrot gefreut.

Aber von dieser Herzlichkeit und Lebensfrohsinn der Ägypter und auch die Hilfsbereitschaft der IFMSA-Leute, die fast jeden Tag in deren Freizeit was mit uns unternommen haben, bin ich immer noch so gehyped. Ohne die Lokals wäre diese Erfahrung sicher nur halb so schön. Man konnte Cairo von deren Sicht kennenlernen, man fühlte sich nicht wie ein Tourist.

Die Zeit verläuft in Ägypten etwas langsamer, nicht so stressvoll. Direkt in Deutschland angekommen, hatte ich sowas wie einen Kulturschock bekommen, als ich im Laden angemotzt und unfreundlich behandelt wurde und, als sich die Leute über die Deutsche Bahn beschwert haben. Da dachte ich, wir beschweren uns schon gerne oft, obwohl es uns wirklich gut geht; ein kleines Bisschen von der ägyptischen Lässigkeit und Demut würde uns nicht schaden.

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