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Peru (IFMSA-Peru)

Notfallmedizin - SCOPE (Famulaturaustausch)
von Mara, Hannover

Motivation

Schon seitdem ich in der Schule ein Jahr in den USA gelebt habe, zieht es mich immer wieder ins Ausland. Ich habe vor 2 Jahren dann noch 2 Erasmussemester in Valencia absolviert und dort mein Spanisch auf Vordermann gebracht. Daher bot sich jetzt in diesem Sommer für mich die Möglichkeit, eine Famulatur im spanischsprachigen Südamerika zu machen. Ich wollte noch einmal in eine ganz andere Welt eintauchen und Peru bot sich sowohl von der Sprache, als auch von der vielfältigen Natur und dem kulturellen Erbe sehr an. Zudem gilt Peru im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern für Alleinreisende noch als recht sicher. Mir gefiel die Idee, dort bei einer Gastfamilie untergebracht zu sein und so noch einmal die Möglichkeit zu haben, wirklich in die Kultur eintauchen zu können.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es einfacher ist, mit wenig Erwartungen an Auslandsaufenthalte heranzugehen und sich dort mit dem zu arrangieren, was man vorfindet. Daher bin ich komplett offen an den Austausch herangegangen und hatte mich lediglich ein wenig über das Gesundheitssystem und mögliche Infektionskrankheiten informiert. Alles andere wollte ich dann vor Ort herausfinden.

Vorbereitung

Da ich direkt am Tag nach der letzten Klausur losgeflogen bin, hatte ich nicht wirklich Vorbereitungszeit.
Ich habe meinen Flug über das Reisebüro Sta Travel gebucht und mich dort ein wenig über verschiedene Reiseziele und Regulationen informiert. Eine Freundin hatte mir einen Reiseführer geschenkt, in dem ich ein bisschen herumgestöbert habe, allerdings hat mich sowohl dieser (National Geographic), als auch der Lonely Planet, in den ich mal bei Freunden vor Ort geschaut habe, nicht wirklich überzeugt.
Da ich schon in Valencia viel im Krankenhaus war, war ich mit den spanischen Medizinbegriffen vertraut und habe mich dahingehend nicht weiter vorbereitet. Wer jedoch lediglich auf sein Schulspanisch o.ä. zurückgreift, dem würde ich empfehlen, vorher noch einen Spanischkurs in medizinischem Kontext zu belegen, oder sich ein paar Vokabeln zurechtzulegen, da zumindest in meinem Krankenhaus niemand wirklich verständliches Englisch sprechen konnte und man doch sehr schnell einige Aufgaben übernehmen muss.

Visum

Als deutscher Staatsbürger braucht man lediglich einen gültigen Reisepass, um nach Peru einzureisen. Der Aufenthalt darf nicht länger als 3 Monate dauern.

Gesundheit

Ich habe ca. 6 Wochen vor Abreise einen Termin zur Reiseimpfberatung ausgemacht, da ich zunächst einen Famulaturplatz in der Tropenmedizin hatte. Ich habe mir dann sowohl die Gelbfieberimpfung (für Peru nicht verpflichtend, aber empfohlen), als auch die Typhus-, Meningokokken- und Tollwutimpfung geben lassen, um sicher zu gehen.
Eine Auslandskrankenversicherung hatte ich schon im Vorfeld kostenlos über die Apobank abgeschlossen, die dort in Kooperation mit der AXA arbeitet.
Außerdem musste ich schon mit meiner Card of Acceptance einen Mendel-Mantoux-Test einreichen. Dazu kann man bei uns in Hannover jeden Donnerstag oder Freitag beim Gesundheitsamt vorbeischauen und muss dann am Montag darauf zum Ablesen kommen.
Ich habe keine besonderen Medikamente mit nach Peru genommen. Gegen die Höhenkrankheit auf Reisen habe ich viel Koka-Tee getrunken und Kokablätter gekaut. Viele Studierende aus anderen Ländern hatten Azetazolamid zur Höhenkrankheitsprophylaxe dabei, ich bin aber auch so gut damit fertig geworden.
Da in Peru die Tuberkulose immer noch eine recht häufige Erkrankung ist, empfiehlt es sich, sich im Vorfeld darüber zu informieren, wie es mit den Masken geregelt ist. In meinem Krankenhaus konnte sich jeder Mitarbeiter alle 3 Tage kostenlos eine Maske abholen, die er dann auf eigene Verantwortung tragen konnte (ich habe sie immer getragen), in anderen Krankenhäusern musste man sich diese selbst in einer Apotheke kaufen.

Sicherheit

Ich habe an zusätzlichen Versicherungen lediglich eine Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen.
Die Sicherheitslage in Lima variiert sehr von Stadtviertel zu Stadtviertel. Ich hatte Glück, da sowohl mein Krankenhaus (Hospital Nacional Edgardo Rebagliati Martins) als auch das Haus der Familie, bei der ich gewohnt habe, in einem sichereren Stadtteil liegt. Durch die Touristenviertel (Miraflores, Barrancos, San Isidro) kann man bei Tage recht sicher schlendern, jedoch sollte man grundsätzlich immer so wenig Wertsachen wie möglich bei sich tragen und diese sicher verstauen. Es gibt aber auch Gegenden, in denen man sein Handy besser in der Tasche lässt und auch sein Portemonnaie nicht rausholt.
Ich habe mir immer ein wenig Kleingeld in die Hosentasche gesteckt, sodass ich damit den Bus und Kleinigkeiten zahlen konnte, ohne mein Portemonnaie aus der Tasche zu holen.
Abends wurde ich fast immer nach Hause gebracht oder bin mit einem Uber nach Hause gefahren (ist nicht immer günstiger als ein Taxi, aber sicherer, da jedes Auto GPS getrackt ist und es in Peru sehr viele illegale Taxis gibt). Am Besten verlässt man sich, wenn es um die Sicherheit geht, auf die Aussagen der Einheimischen. Ich habe später auch, als ich alleine herumgereist bin, mich immer in den Hotels informiert, wie lange ich mich sicher auf der Straße bewegen kann und mich dann daran gehalten.

Geld

Die Währung in Peru heißt Soles. 3,8 Soles entsprechen einem Euro. Meist zahlt man dort bar und man sollte immer nur Bargeld bei sich haben und nur im äußersten Notfall die Kreditkarte. An den Geldautomaten vor Ort kann man sich ganz normal Geld in Soles und auch Dollar abheben (Dollar werden häufig für Reisebuchungen genommen, ansonsten gehen aber auch immer Soles). Die einzige Bank, die ich gefunden habe, bei der ich kostenlos Geld abheben konnte, hieß BCP. Bei allen anderen musste ich etwas zahlen, wobei ich dieses Geld auch im Nachhinein von der Apobank erstattet bekommen habe.
Grundsätzlich sind die Lebenshaltungskosten in Peru geringer, in vielen Restaurants gibt es Mittagsmenüs für 10 Soles, die wirklich gut sind. Es gibt aber auch Lebensmittel, die verhältnismäßig teuer sind (Käse, bestimmtes Gemüse). Alles was vor Ort angebaut wird, ist jedoch sehr günstig. Bei Reisen sollte man darauf achten, dass man nicht zu viel zahlt. Viele Peruaner reisen auch in ihrem Land und kennen einige empfehlenswerte Unternehmen, die gute Ausflüge etc. anbieten.

Sprache

In Peru spricht man Spanisch. Neben Spanisch gibt es noch viele Sprachen in unterschiedlichen Städten und Regionen wie z.B. Quechua (Sprache der Inka) mit unterschiedlichen Dialekten.
Da ich bereits in Valencia viel im Krankenhaus war, habe ich mich nicht weiter vorbereitet.
Einige Wörter sind unterschiedlich, aber die Peruaner erklären einem gerne, wenn man etwas nicht versteht.
Ich denke, ein Sprachniveau von min. B1 ist erforderlich, um im Krankenhaus wirklich etwas mitnehmen zu können. Häufig reden viele Ärzte durcheinander und da ist es sehr schwierig zu folgen und man hat auch nicht immer Zeit, nachzufragen. Außerdem bietet sich ein spanisches medizinisches Grundvokabular an (da gibt es wohl auch kleine Wörterbücher).

Verkehrsbindungen

Ich bin mit Air Europa von Düsseldorf über Madrid nach Lima geflogen. Laut dem Reisebüro ist das die gängigste Verbindung, bei der man nur mit einer Fluggesellschaft fliegt. Bei mir hat dort alles einwandfrei funktioniert. Flüge sind grundsätzlich sehr teuer, da man aber auf die endgültige Zusage des Gastlandes warten sollte, bleibt einem nichts anderes über, als dann so schnell wie möglich zu buchen.
In Lima gibt es sehr viele Busse, es ist allerdings zunächst erst einmal schwierig zu verstehen, wie sie funktionieren. Die App „Moovit“ kann dabei helfen, einen Bus für eine Strecke herauszufinden, jedoch darf man sich nicht auf die Fahrtzeiten verlassen, denn meistens braucht ein Bus ca. 2-3mal so lange wie angegeben. Ich habe immer, bevor ich in einen Bus gestiegen bin gefragt, ob er dahinfährt, wo ich es auch wollte und dann muss man sich selbst darum kümmern, an seiner „Haltestelle“ auszusteigen, denn Stationen werden nur selten angesagt. Man muss also auch mal „Baja, baja“ zum Fahrer rufen, damit er anhält und man (auch mal mitten auf einer Kreuzung) aussteigen kann. Bezahlt wird entweder direkt beim Fahrer oder bei einer Art Schaffner (meistens zwischen 1-2,5 soles pro Fahrt).
Für Reisen in andere Städte habe ich oft die Nachtbusse von Moviltours oder Cruz del Sur genommen. Sie gelten als sicher und sind sehr bequem. Für weitere Strecken wie z.B. nach Cusco oder Arequipa habe ich das Flugzeug genommen, auch da sollte man jedoch eine der besseren Fluggesellschaften nehmen (LCP oder Peruvian Airlines), da bei den Billigfluggesellschaften oft Flüge ersatzlos gecancelt werden und es dort wohl dann häufiger Probleme gibt.

Kommunikation

An meinem ersten Tag bin ich direkt mit meiner Host zusammen in die Mall gefahren und wir haben mir eine SIM-Karte gekauft mit einer Telefonflatrate und Internet für den Monat (diese gibt es bei Claro, Bitel, Movistar). Internet für einen Monat kostet 30 Soles (ca. 7-8€) und die SIM-Karte einen Sol. Für mich hat das Ganze dann einwandfrei funktioniert. Auch die Peruaner benutzen wie wir viel Whatsapp, darüber lief dann die gesamte Kommunikation.

Unterkunft

In Lima werden alle Incomings bei Gastfamilien untergebracht. Da die meisten Studierenden dort noch bei ihren Eltern wohnen, wohnt man dort meistens dann auch zusammen mit Eltern, Geschwistern und Haustieren in einer typischen Wohngegend. Jeder Incoming bekommt ein eigenes Zimmer und der Rest ist sehr vom Familienalltag abhängig. Ich habe mich, wenn ich Zuhause war, vor allem immer viel mit meiner Gastmutter unterhalten und auch mal mit dem kleinen Gastbruder ein paar Spiele gespielt.

Literatur

Ich würde jedem raten, einen Reiseführer mitzunehmen. Der National Geographic gibt einem viel Information über Land, Leute und Geschichte, jedoch wenig Reisetipps. Ich habe vor Ort mit meiner Gastfamilie viel über den Terrorismus in Peru in den 80er Jahren geredet und mir daraufhin noch den Film „La hora final“ angesehen.
Auf der Internetseite „findlocaltrips.com“ kann man gute Reiseangebote finden und grundsätzlich sollte man Reisen eher spontan vor Ort über die Hostels buchen, da es dort meist die besseren Angebote gibt. Ansonsten habe ich mich mit den Menschen vor Ort unterhalten, um viel über die Kultur etc. zu lernen. Die Peruaner freuen sich sehr darüber, wenn jemand Interesse zeigt und erzählen dann auch gerne viel.

Mitzunehmen

Ich habe einen Reiserucksack mit dem Nötigsten mitgenommen. Von Sommersachen über Mütze und dicken Schal war dort alles dabei, denn in den Anden friert man ganz schön. Ein paar dicke Socken für die Nacht sind auch in Lima empfehlenswert, denn die Häuser haben keine Heizungen. Zusätzlich sollte für’s Krankenhaus noch an ein eigenes Händedesinfektionsmittel gedacht werden, denn dort gibt es nur Seife, die aber auch häufiger leer ist. Je nach Reiseplänen sollte dann noch zusätzlich an Mückenschutz, Taschenlampe, Flipflops für's Hostel etc. gedacht werden.
Da im Nachbarhaus ein Hahn jeden Morgen ab 4 Uhr durchgehend gekräht hat, war ich außerdem sehr dankbar für meine Oropax.

Reise und Ankunft

Ich bin am Samstagmorgen von meiner Kontaktperson und meiner Host am Flughafen abgeholt worden. Da wir schon um 6.30 Uhr wieder Zuhause waren, habe ich mich dann noch für 2 Stunden schlafen gelegt und bin dann in den Tag gestartet, um dem Jetlag so gut wie möglich zu entgehen.
Am Montag ging offiziell meine Famulatur los, jedoch haben wir den ganzen Vormittag auf einen anderen Studenten gewartet, der mich mitnehmen sollte, sodass ich dann erst Dienstag meinen ersten wirklichen Famulaturtag hatte. Ich habe mir dann die Nummer der Ärztin geben lassen, der ich zugeteilt war, sodass ich sie dann jeden Morgen angerufen habe, damit wir uns treffen konnte.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Ich war im Hospital Nacional Edgardo Rebagliati Martins in der Notaufnahme eingeteilt. Ich war grundsätzlich einer Ärztin zugeteilt, die mich aber auch manchmal an andere Ärzte verwiesen hat. Am Vormittag war ich immer mit ihr unterwegs und wir haben Visite gemacht. Die Notaufnahme dort ist ein 5-stöckiges Gebäude mit Stationen, wo viele Patienten teilweise auch wochenlang behandelt werden, bis auf Normalstation ein Platz frei ist oder sie nach Hause können. Grundsätzlich geht es dort eher chaotisch zu. Jeder Arzt hat jeden Tag andere Betten zugeteilt bekommen, damit die Assistenzärzte möglichst viele unterschiedliche Patienten zu sehen bekommen. Das Problem dabei ist, dass die Dokumentation rein handschriftlich ist und der Arzt am Folgetag meist nicht mehr entziffern kann, was am Vortag geschrieben wurde und somit quasi nochmal von vorn anfängt.
Die Ärzte ordnen dann handschriftlich an, was geschehen soll und die Krankenpfleger führen dies aus. Am nächsten Tag schaut der nächste Arzt darauf und so geht es dann weiter.
Grundsätzlich hatte ich das Gefühl, dass die Ärzte vor Ort über ein sehr groß, breit gefächertes Wissen verfügen und gut mit den Patienten umgehen.
Das Medizinstudium in Peru dauert 7 Jahre mit anschließender 3-jähriger Facharztausbildung. In den 7 Jahren ist sowohl ein praktisches Jahr als auch ein Jahr im Dienst in den abgelegenen Dörfern oder im Urwald enthalten, wo die Studierenden/Berufsanfänger teilweise als einiger Arzt vor Ort fungieren und nur im Notfall an die wirklich weit entfernten Krankenhäuser überweisen dürfen. Ich saß auch ein paar Mal mit in ein paar Seminaren. Die Mitarbeit der Studierenden dort wurde benotet, obwohl es nur Frontalunterricht mit spezifischen Fragen an die Studierenden war.
In Peru ist nicht jeder Mensch krankenversichert, jedoch bekommt jeder im Notfall eine Versorgung. Es gibt ein Versicherungssystem für Arbeite (EsSalud) und ein System für Menschen ohne Arbeit bzw. ohne Versicherung. Zu den Systemen gehören die entsprechenden Krankenhäuser und Ärzte, die lediglich die Mittel vor Ort nutzen können. Gerade in den Häusern ohne Krankenversicherung sind Patienten sehr auch die Mithilfe ihrer Angehörigen oder Bekannten angewiesen, denn wenn Spritzen oder anderes Material nicht vorhanden ist, müssen diese mit einem Rezept in die Apotheke gehen und das Material dort vor Ort kaufen, damit der Eingriff durchgeführt werden kann.
Ich war in einem Krankenhaus von EsSalud, also einem Arbeiterkrankenhaus. Das Krankenhaus dort verfügte über die meisten Geräte, wie man sie auch aus Deutschland kennt, aber es gab zum Beispiel auch noch viele alte EKG-Geräte und nicht so viel steriles Material. Als Desinfektionsmittel gab es lediglich Alkoholtupfer und Seife mit 2- oder 4-prozentigem Alkohol und auch Handschuhe konnte man sich nicht immer anziehen.
Es war auf jeden Fall ein sehr eindrückliches Erlebnis.

Land und Leute

Unsere Lokalgruppe vor Ort hatte uns direkt am Anfang einen Plan für den Monat erstellt, u.a. mit einer Reise in den Nationalpark Huáscaran und nach Cusco (inklusive Machu Picchu). Ich hatte mir jedoch vorher schon den Salkantay Trek nach Machu Picchu für den Zeitraum nach meiner Reise gebucht (eine unglaublich empfehlenswerte Wanderung über 5 Tage!) und bin im Anschluss an meine Zeit in Lima dann über Cusco und Puno nach Arequipa und dann zurück nach Lima gereist.
Während meiner Zeit in Lima haben wir vor Ort abends unterschiedliche Aktivitäten gemacht (waren in unterschiedlichen Stadtvierteln, Museen, Parks etc.) und auch meine Gastfamilie zeigte mir die Stadt. An den Wochenenden haben wir meist Freitag Nacht den Nachtbus genommen und sind Montag morgen pünktlich zu Arbeitsbeginn im Krankenhaus wieder angekommen. Ein sehr schöner Ausflug war beispielsweise Huaraz mit der Laguna 69 und dem Wanderweg Pastoruri.
Die Menschen in Peru sind grundsätzliche sehr freundlich, auch wenn man nicht das Gefühl hat, dass sie so offen und quirlig sind, wie man es von anderen südamerikanischen Ländern kennt.
Auf Spanisch kann man sich grundsätzlich mit allen Leuten sehr nett unterhalten und sie helfen einem gerne weiter.
Die Schere zwischen arm und reich ist jedoch enorm vor Ort und so merkt man große Unterschiede zwischen den Stadtvierteln und auch in den Bussen begegnet man immer wieder Menschen, die einem für ein wenig Geld Süßigkeiten verkaufen wollen oder ein Lied singen. Häufig erzählen diese Menschen im Vorfeld noch kurz ihre Lebensgeschichte und was sie dazu führt, nun in dieser Situation zu sein. Die meisten sind aus Venezuela geflüchtet und können nun in Peru noch keine Anstellung annehmen, es gibt aber auch viele die aufgrund von Erkrankungen aus ihrem Beruf ausgeschieden sind und nun auch lediglich darauf zurückgreifen können. Da auch meine Gastfamilie häufig von diesen Menschen auf der Straße etwas gekauft hat, habe auch ich das dort begonnen. Es handelt sich meistens um Beträge von 1Sol (ca. 25ct) und man kann diesen Menschen damit sehr helfen.
Die Peruaner sind sehr stolz auf ihr Essen und ihre Esskultur. Als Vegetarierin war dies für mich recht schwierig, denn die Küche bestand im Grunde genommen aus Fleisch, Reis und Kartoffeln. Meine Gastfamilie hat mir dann oft zu den Kohlenhydraten noch ein Ei dazu gemacht, aber sorgten sich trotzdem ständig um meine Gesundheit, weil ich ja kein Fleisch essen würde.
In den Touristenstädten bekommt man meistens auch vegetarische Gerichte, die Nationalgerichte beinhalten jedoch immer Fleisch oder Fisch, weshalb ich dazu leider nicht so viel sagen kann.

Fazit

Ich hatte einen wunderbaren Aufenthalt in Peru, habe viel gelernt, gesehen und Freunde gefunden!
Da ich mit wirklich wenigen Erwartungen an den Aufenthalt herangegangen bin, konnte ich nur positiv überrascht werden. Ich würde evtl, empfehlen, bei der Städtewahl nicht unbedingt Lima zu wählen, sondern lieber eine kleinere Stadt wie Arequipa oder Trujillo, aber auch in Lima kann man eine wunderbare Zeit haben!

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