zurück

FMS-Taiwan(Taiwan);Investigation of brain development using advanced optical microscopy

Verschiedene - SCORE (Forschungsaustausch)
von Johanna, Mainz

Motivation

Ich wollte gerne noch mal in’s Ausland um auch andere medizinische Systeme kennenzulernen und diesbezüglich wollte ich gerne in ein Land, das sich durchaus von dem deutschen System unterscheidet, bei dem es aber auch genug Ähnlichkeiten gibt, dass ich dort etwas lernen kann, was sich dann auch auf mein eigenes Studium übertragen lässt. Taiwan hat daher direkt mein Interesse geweckt!

Vorbereitung

Ich habe zwar keine speziellen Vorbereitungskurse besucht, habe mich jedoch in das Thema meines Forschungsaufenthalts eingelesen. Insbesondere die Paper, die auch in der Projektbeschreibung aufgelistet waren, habe ich genauer durchgelesen. Außerdem habe ich mich natürlich über das Land informiert und mir schon ein paar Sachen zu dem Krankenhaus angeschaut.

Visum

Ein Visum musste ich für Taiwan nicht organisieren, da man dieses direkt nach der Landung dann vor Ort bekommt. Für Deutsche glücklicherweise ziemlich problemfrei.

Gesundheit

Ich habe vorbereitend noch mal meinen Impfstatus auffrischen lassen, was man auch schon relativ frühzeitig überprüfen lassen sollte. Ansonsten habe ich mich noch mal versichert, dass meine Auslandskrankenversicherung diese Reise abdeckt. Für die Einreise war ansonsten nichts Spezielles gefordert.

Sicherheit

Ich habe mich vor meinem Forschungsaufenthalt etwas über das Thema informiert gehabt und wurde da schon ziemlich beruhigt, da Taiwan wirklich sicher ist. Ich habe mich während meines Aufenthalts dort jederzeit sicher gefühlt und mir wirklich auch keine Gedanken machen müssen, vor allem weil die Taiwanesen einfach immer extrem freundlich und hilfreich waren! Grundlegende Sicherheitsvorkehrungen beim Reisen sind natürlich trotzdem immer zu empfehlen, etwa nicht alle wichtigen Karten oder das gesamte Bargeld mit sich zu führen oder teure Sachen irgendwo rumliegen zu lassen.

Geld

In Taiwan war es gar kein Problem an Bargeld zu kommen, wirklich an jeder Ecke findet man einen Geldautomaten (vor allem in den Convenience Stores). Auf die Bezahlung mit Karte war kein Problem, daher war es auch nie nötig, große Mengen Bargeld bei sich zu tragen oder andere Währungen dabei zu haben. Die Lebenshaltungskosten waren im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern schon deutlich höher, aber wohl immer noch besser als in Deutschland! Es war außerdem auch sehr gut, in einigen Bereichen zu sparen und das Geld dann lieber für Reisen oä auszugeben.

Sprache

Da ich die Regierungssprache Taiwans Mandarin nicht fließend spreche, musste ich mich auf Englisch verlassen, um mich in Taiwan zurecht zu finden. Auch wenn nicht jeder dort Englisch gesprochen hat, war meistens doch irgendjemand zu finden, der einem zumindest mit ein paar Sätzen auf Englisch weiterhelfen konnte. Alles in allem waren lange Gespräche nicht unbedingt möglich, aber die Taiwanesen waren immer interessiert daran, sich mit einem zu unterhalten, zur Not auch mit Händen und Füßen.

Verkehrsbindungen

Die Verkehrsanbindungen in Taiwan sind wirklich gut, sodass ich dort ohne Probleme vier Wochen auch ohne Auto überall hinkam! Besonders der Schienenverkehr ist in dem Land super ausgebaut und man findet eigentlich immer einen passenden Zug, vor allem sieht man bei solchen Zugfahrten auch noch schön was von dem Land und kann die Landschaft bestaunen.

Kommunikation

Ich habe mir in Taipeh direkt bei meiner Ankunft am Flughafen eine Simkarte gekauft. Das ging super schnell, mir wurde direkt alles eingestellt, sodass ich es sofort nutzen konnte. Dies war auch preislich total im Rahmen und vor allem war es ein Luxus, das unbegrenzte Internetvolumen in Taiwan zu genießen, sodass man auch nie nach WLAN suchen musste.

Unterkunft

Ich war in einem Dorm-Zimmer untergebracht mit 3 taiwanesischen Studentinnen. Die Unterkunft dort wurde von den taiwanesischen Austauschleuten organisiert. Schlafsack und Kissen hatte ich sowieso dabei, da ich im Anschluss an den Forschungsaustausch noch gereist bin. In diesem Wohnheim gab es auch die Möglichkeit sich selbst was zu kochen, was ich aber ehrlich gesagt nicht gemacht habe, da es dafür zu viele leckere und interessante Sachen in direkter Umgebung zu kaufen gab, die ich gerne ausprobieren wollte.

Literatur

Ich habe mir den Reiseführer von National Geographic besorgt, vor allem weil da nicht nur viel zu den Orten drin stand, sondern auch zu Land und Leute, sowie Geschichte und Kultur. Den Reiseführer kann ich nur empfehlen! Ansonsten habe ich mir auch ein paar Videos angeschaut, um einfach mal zu sehen, wie es in Taiwan so aussieht und was mich dort erwartet. Besonders spannend fand ich die Videos über Night Markets oder typisch taiwanesisches Essen.

Mitzunehmen

Man sollte definitiv Moskitospray einpacken, das habe ich auf die harte Tour lernen müssen. Ansonsten braucht man eigentlich nichts Außergewöhnliches, eigentlich genau das gleiche, was man auch in einem normalen Alltag hier in Deutschland braucht. Ein Regenschirm ist ganz nützlich, auch um vor Sonne zu schützen in der extremen Hitze. Eine wiederauffüllbare Wasserflasche ist auch super, da man dort überall Stationen zum Auffüllen findet, was auch nötig ist bei dem Klima. Und auf jeden Fall eine gute Kamera, da Taiwan einfach so schön ist!

Reise und Ankunft

Ich kam zwei Tage vor Praktikumsbeginn in Taipeh an und habe die ersten Nächte erst mal im Hostel verbracht. Das hatte sich erst ein paar Tage vor meinem Abflug so entwickelt, dass ich dann noch nicht in mein Dorm-Zimmer konnte, im Nachhinein war dies aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, da man dort dann erst mal in Ruhe ankommen konnte. Ansonsten war meine Anreise problemlos und auch vom Flughafen in die Stadt zu kommen ging ganz einfach. Die taiwanesischen Austauschleute haben mich dann super nett begrüßt und haben mir eine Führung durch das Krankenhaus gegeben, wo dann auch alles organisatorische geklärt wurde, sodass ich einen leichten Einstieg hatte.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Während meines Forschungsaufenthalts in Taiwan habe ich durchaus einen guten Einblick bekommen, wie Forschung in diesem Land aussehen kann. Ich habe in einem kleinen Labor gearbeitet, das nur eine handvoll Mitarbeiter hatte. Dadurch wurde einem der Einstieg definitiv erleichtert, weil man direkt in’s Team aufgenommen wurde. Unser Professor war sehr bemüht, dass wir verstehen, warum wir welche Versuche machen. Daher haben wir uns jeden Morgen zusammengesetzt, um den aktuellen Stand zu besprechen und mögliche Probleme zu klären. Das war auf jeden Fall super hilfreich und hat dazu beigetragen, dass man dort viel gelernt hat, was die verschiedenen Methoden in dem Labor betrifft. Da wir uns aber auch immer noch mal abends getroffen haben, bevor wir Feierabend hatten, wurde es meistens doch relativ spät, bis wir das Labor verlassen haben. Wir haben in unserer Zeit dort gelernt, wie man eine PCR vom ersten Schritt bis zum Ende durchführt. Da es natürlich immer noch Optimierungsbedarf bei solchen Versuchen gibt, haben wir dies mehrfach machen müssen. Auch wenn es dann irgendwann monoton wurde, so kann ich jetzt zumindest sagen, dass diese Methode bei mir sitzt. Außerdem haben wir uns auch mit der Literatur zu diesem Thema beschäftigt, da wir zum Einstieg einen kleinen Vortrag über die Hintergründe dieser Forschungsarbeit halten sollten.
In unserer Zeit dort haben wir verschiedenen Methoden in dem Labor erlernt. Einige davon kannte ich schon aus Deutschland, doch wurde dies oft in Taiwan dann noch mal anders durchgeführt. Alles in allem hat man in vielen Aspekten gemerkt, wie verwöhnt wir in Deutschland mit unseren Ressourcen und finanziellen Mitteln in Laboren sind. Ansonsten war aber auch vieles übertragbar, da die Regeln und grundlegenden Prinzipien in Laboren ja doch gleich sind, egal wo auf der Welt man sich befindet.
Da ich ein Forschungspraktikum im Labor dort absolviert habe, habe ich vom klinischen Alltag nur nebenbei etwas mitbekommen. Der erste Eindruck war zumindest, dass die medizinische Versorgung sich auf die großen Städte konzentriert und dort auch ein Bedarf am Ausbau der Kapazitäten besteht, jedenfalls war es keine Ausnahme, dass man dort Patienten auch mal in Betten auf dem Gang unterkommen mussten. Von den taiwanesischen Austauschpartnern habe ich in Gesprächen über das medizinische System aber auch gehört, dass sich von viel verbessert und gewandelt hat. Leider konnte ich dort während meines Aufenthalts nicht selbst mal hineinschauen, da ich mich auf meinen Forschungsaustausch konzentriert habe.

Land und Leute

Land und Leute waren in Taiwan für mich das eigentliche Highlight! Es waren wirklich alle so super hilfsbereit und aufgeschlossen, jedenfalls ist es nicht nur einmal vorgekommen, dass ich auf der Strasse angesprochen wurde, wo ich denn herkomme und was ich hier mache. Man fällt als Europäer in Taiwan definitiv auf, daran habe ich mich bis zum Schluss auch nicht gewöhnt gehabt. So kam es beim Reisen auch schon mal vor, dass ein Auto an mir vorbeigefahren ist und mir alle Insassen ganz aufgeregt zugewunken haben. Es war echt jedes Mal super freundlich von ihnen und sie waren auch immer total daran interessiert einem mehr über die Kultur zu erzählen, selbst wenn sie kein Englisch gesprochen haben.
In meinen vier Wochen in Taiwan wollte ich so viel wie möglich von dem Land sehen und bin deshalb viel mit dem Zug durchs Land gereist. Da die Insel jetzt nicht riesig ist, konnte man in dieser Zeit glaube ich schon viel sehen und hat einen guten Eindruck bekommen. So habe ich beispielsweise Ausflüge zum Taroko National Park gemacht und auch an die Westküste zum Sun Moon Lake. Meine Highlights aus Taiwan waren dabei aber eigentlich immer, wenn man mal abseits der Touristenattraktionen sich treiben lassen konnte. Dabei hat man dann doch am ehesten das „echte“ taiwanesische Leben sehen können. Taiwan hat extrem viel zu bieten, besonders interessant fand ich es, dass in diesem kleinen Land soviel unterschiedliche Orte und Landschaften zu entdecken waren. Während man an der Ostküste Sandstrände findet, die zum Baden und Entspannen einladen, findet man nur ein paar Kilometer weiter atemberaubende Schluchten und Felsformationen. Die zahlreichen Inseln rund um Taiwan habe ich leider nicht besucht, aber es gab durchaus auch auf der Hauptinsel mehr als genug zu sehen. Für mich war Taiwan auf jeden Fall eine Überraschung, da es landschaftlich einfach wunderschön war!
Da Taiwan als Reiseland, zumindest uns Europäern, noch relativ unbekannt ist, war vermutlich noch nicht viel von der Insel überhaupt touristisch ausgebaut, was es dann aber auch spannener gemacht hat und dadurch auch noch nicht so überlaufen war von Touristen. Da Taiwan grade stark am wachsen ist, wird sich in den nächsten Jahren vermutlich noch einiges in diesem Land wandeln. Zu meiner Zeit dort war es aber auch spannend zu sehen, wie einerseits modernste Techniken zum Einsatz kommen und Taiwan in manchen Aspekten weltweites Ansehen genießt, es aber in anderen Bereichen noch sehr traditionell ist. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich Taiwan in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird!

Fazit

Die Erwartungen an den Forschungsaustausch wurden in einigen Aspekten durchaus übertroffen. So war ich zum Beispiel total begeistert von dem Land, der Natur und eben den Leuten! Da ich einfach auch keine wirkliche Vorstellung hatte, was mich dort im Land erwartet, hat es mich ziemlich überrascht, wie wunderschön es dort war. Ich denke, dass man dies aber auch nur erleben kann, wenn man aktiv versucht, so viel wie möglich mit Land und Leuten in Kontakt zu treten. Auf jeden Fall fühle ich mich dadurch, dass die Taiwanesen einen so selbstverständlich dort in ihre Mitte genommen haben, sehr mit dem Land verbunden. Deshalb hoffe ich, dass ich irgendwann noch einmal nach Taiwan reisen kann!

zurück