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Panama (IFMSA-Panama)

Gynäkologie - SCOPE (Famulaturaustausch)
Anonym

Motivation

Ich hatte bereits meine erste Famulatur im Ausland gemacht und wollte für die nächste wieder in ein anderes Land. Ich habe auf der Seite der bvmd nach Restplätzen gesucht und mich dann für Spanien und Panama beworben, weil ich Spanisch lernen und üben wollte.
Bei Spanien war mir leider jemand zuvorgekommen, aber Panama wurde letztendlich mir zugeteilt.

Vorbereitung

Da alles ziemlich kurzfristig war, waren meine Vorbereitungen auch nicht allzu umfangreich.
Ich habe meinen Impfstatus überprüfen lassen und alle erforderlichen Impfungen machen lassen. Außerdem habe ich mich um eine Reisekrankenversicherung gekümmert.
Ich sollte für meine Spanischkenntnisse mindestens A2 nachweisen und habe dementsprechend auch noch einen Test für das Sprachzertifikat machen müssen. Um vor meinem Praktikum bereits ein bisschen Spanisch zu üben, habe ich die drei Wochen davor auf Kuba verbracht und dort Spanischunterricht in einer Sprachschule genommen, was mir sehr geholfen hat.
Für die Arbeit im Krankenhaus sollte ich weiße Kleidung, Schuhe, sowie Kittel mitbringen, wobei man das, wie die OP Kleidung auch, vor Ort kaufen könnte.

Visum

Visum musste ich keines beantragen, da ich mit meinen sechs Wochen Aufenthalt unter der Anzahl an Tagen lag, ab denen man eines braucht. Man bekommt bei der Einreise einfach nur einen Stempel in den Reisepass.
Man muss bei Einreise eine Wohnadresse in Panama angeben, diese sollte man also von seinem Gastgeber auch vorher in Erfahrung bringen. Wenn man seinen Pass nicht immer im Original mitnehmen möchte, sollte man darauf achten, dass man auch eine Kopie des Einreisestempels mit sich führt, um Probleme zu vermeiden, falls man mal von der Polizei kontrolliert werden sollte.

Gesundheit

Wie bereits erwähnt, hatte ich alle erforderlichen Impfungen machen lassen.
Meine Reiseapotheke war auch ziemlich umfangreich, wobei das hauptsächlich an Kuba lag, da es dort kaum Medikamente zu kaufen gibt. In Panama war mein Eindruck, dass man alles in der Apotheke hätte kaufen können.
Wirklich gebraucht habe ich davon allerdings nicht wirklich viel zum Glück. Bei manchen Busfahrten war ein Mittel gegen Reiseübelkeit von Vorteil. Ganz wichtig ist natürlich Sonnencreme mitzunehmen. Diese ist, wie Kosmetik allgemein, meines Eindrucks nach etwas teurer als in Deutschland.

Sicherheit

Gleich vorweg möchte ich sagen, dass ich mich nie wirklich unsicher gefühlt habe und auch keine Probleme hatte.
Klar war ich zu Beginn etwas nervös, da es mein erster Aufenthalt in Lateinamerika war und ich nicht richtig einschätzen konnte, was auf mich zukommen wird. Wenn man sich nämlich die Seite des Auswärtigen Amtes durchliest, klingt das teilweise nicht ganz so harmlos. Wobei ich wirklich empfehle, sie Reise- und Sicherheitshinweise dort dennoch durchzulesen, da sie einen guten Überblick vermitteln. Ansonsten habe ich mich einfach an das gehalten, was mir die Einheimischen gesagt haben, und dementsprechend Viertel gemieden, die als unsicher gelten. Ich hatte nie Probleme, habe ganz normal die Metro benutzt und bin auch teilweise im Dunkeln, allerdings nicht allzu spät, den Weg von der Station auch noch alleine heimgegangen. Um weitere Strecken innerhalb des Landes zu reisen habe ich immer die Fernbusse genommen, teilweise auch alleine über Nacht.

Geld

Offizielle Währung ist der Balboa, den es allerdings nur in Münzform gibt. Ansonsten werden US-Dollar verwendet, der Kurs ist derselbe. Ich habe mir vor der Abreise bereits einige Dollar bestellt, und bei Bedarf vor Ort mit meiner Kreditkarte am Automaten Geld abgehoben. In Panama City kann man eigentlich fast überall problemlos mit Karte zahlen, in den kleineren Orten ist es sinnvoll, ausreichend Bargeld dabeizuhaben. Bankautomaten gibt es auch in fast jeder Ortschaft, wie gesagt, nur in den kleineren Dörfern wird es dann schwieriger an Bargeld zu kommen.
Die Lebenshaltungskosten entsprechen ungefähr denen in Deutschland. Ich hatte erwartet, dass die Preise etwas niedriger wären, aber so günstig wie ich dachte, war es definitiv nicht. Im Restaurant (oder auch einfach nur im Food Court in einer der vielen Malls) essen gehen kostet mit Hauptmahlzeit und Getränk zwischen 15 und 20 €, nur in den Straßenrestaurants kommt man mit um die 4€ pro Teller günstiger weg. Obst gibt es teilweise auch günstiger zukaufen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind ziemlich günstig, eine Fahrt mit der Metro kostet 35ct, 25ct mit dem Bus.

Sprache

In Panama wird Spanisch gesprochen, in manchen Gebieten haben die Einheimischen auch eigene Sprachen. Viele junge Leute sprechen auch Englisch, mal mehr mal weniger gut, wobei ich sagen würde, dass man in Panama City noch mit Englisch durchkommen würde. Im Krankenhaus haben die wenigsten Patienten Englisch gesprochen, dafür ist es also durchaus sinnvoll, wenn man etwas Spanisch beherrscht. Ich persönlich finde einfach, dass einem viel an kultureller Erfahrung verloren geht, wenn man die Landessprache nicht kann. Ich habe erst ca. vier Monate davor angefangen Spanisch zu lernen, in dem ich jeden Tag mit einer App am Handy geübt habe, und mir die Grammatik versucht habe selber zu erarbeiten. Die drei Wochen vor meinem Praktikum habe ich auf Kuba verbracht und dort auch gute zwei Wochen Sprachunterricht genommen, was mir sehr viel geholfen hat. Auch wenn man alleine reisen möchte, ist es von Vorteil Spanisch sprechen zu können, um mit dem Busfahrer etc. reden zu können und nachzufragen, ob man denn richtig ist.

Verkehrsbindungen

Ich habe meine Flüge ca. drei Wochen vor Abreise gebucht, da ich alles etwas kurzfristiger organisiert hatte. Je nach Verbindung fliegt man so um die 15 Stunden. Mein Gastgeber, der mir von IFMSA Panama zugeteilt worden war, hat mich am Flughafen abgeholt. Alternativ könnte man auch ein Taxi oder den Bus (falls man schon die Metrokarte hat) nehmen, ist zwar günstiger, dauert aber relativ lange und ist natürlich weniger bequem, v.a. wenn man das ganze Gepäck dabei hat. In Panama City selber gibt es eine Metrolinie. Je nachdem, wo man wohnt, kommt man also mehr oder weniger schnell ins Krankenhaus, das eine Haltestelle ganz in der Nähe hat. Das Busnetz ist auch ziemlich gut, nur ist es manchmal etwas unübersichtlich wann und von wo diese fahren. Deshalb am besten Spanischkenntnisse einsetzen und nachfragen. Eine Fahrt mit dem Bus kostet ca. 25ct, mit der Metro 35ct. Man braucht eine aufladbare Karte, um durch die Schleusen an den Eingängen zu kommen, die bekommt in Stationen oder Geschäften. Für Reisen innerhalb des Landes gibt es Fernbusse. Man kann gewisse Strecken wohl auch fliegen, das habe ich allerdings nie gemacht und kann deswegen auch nicht viel dazu sagen. Die Busse fahren je nach Ziel mehrmals täglich, teilweise sogar stündlich und auch spätabends noch. Teilweise sitzt man mehrere Stunden oder sogar über Nacht im Bus, der allerdings in der Regel recht bequem ist. Nur die Klimaanlage läuft immer auf Hochtouren, deswegen unbedingt einen Pulli mitnehmen. Kosten sind von der Route abhängig, meistens so um die $20-40. Mir erschienen die Busse relativ sicher und auch zuverlässig, bis auf gelegentliche kleine Verspätungen.

Kommunikation

Ich hatte mir gleich zu Beginn eine SIM-Karte für mein Handy gekauft, die sehr günstig war. Die Karte an sich kostete einen Dollar, Internet für einen Monat ca. $15. Der Empfang war auch überall recht gut. WLAN gibt es auch in jedem Hostel und in vielen Restaurants und Cafés. Bei meiner Gastfamilie konnte ich sowieso jederzeit das WLAN nutzen.

Unterkunft

IFMSA Panama hat mir einen Gastgeber zugeteilt, der auch Medizinstudent ist und bei dem ich normalerweise hätte wohnen sollen. Da er aber in einer anderen Stadt lebt, habe ich bei seiner Schwester und ihrer Tochter gewohnt. Ich musste mir also nichts selbst organisieren und war wirklich zufrieden, da sie eine sehr schöne Wohnung haben und mich sehr herzlich aufgenommen habe. Mir hat sehr gut gefallen, dass ich so auch etwas vom Alltag von Einheimischen erfahren konnte. Sie haben sich wirklich sehr gut um mich gekümmert und mir alles bereitgestellt, was ich brauchte, wie Handtücher, Bettwäsche und auch Mahlzeiten. Ich hätte die Küche und den Kühlschrank auch selber nutzen dürfen, was ich aber nicht wirklich gebraucht hab.

Literatur

Ich habe mich vorher auf der Website des Auswärtigen Amtes informiert, Erfahrungsberichte gelesen und mir einen Lonely Planet Reiseführer gekauft, in dem auch viele allgemeine Informationen stehen. Um die Sprache zu üben habe ich mir spanischsprachige Bücher gekauft.

Mitzunehmen

In Panama City gibt es eigentlich alles zu kaufen. Mir wurde gesagt, ich soll weiße Klamotten, Kittel und Schuhe mitnehmen, die ich im Krankenhaus anziehen kann. Falls man das nicht eh schon daheim hat, hätte man das genauso wie die OP-Kleidung dann auch vor Ort kaufen können. Ansonsten sollte man das Übliche dabei haben, Reisepass, Impfpass, Kreditkarten etc. Zu den Karten möchte ich noch sagen, dass es hilfreich ist, verschiedene zu haben, da manche Banken Probleme entweder mit Visa oder mit Mastercard haben, irgendwo funktioniert eine dann irgendwann schon. American Express zum Beispiel wird eher selten angenommen.

Reise und Ankunft

Die Anreise mit dem Flugzeug verlief reibungslos. Einziges Problem war, dass ich die Adresse nicht wusste, in der ich wohnen würde, man allerdings eine angeben muss, um einreisen zu dürfen. Über das WLAN am Flughafen habe ich deshalb also meinen Gastgeber kontaktiert. Durch Immigration und Zoll bin ich danach problemlos durchgekommen. Mein Host hat mich wie vorher abgemacht vom Flughafen abgeholt und mir die nächsten Tage die Stadt ein bisschen gezeigt, ebenso wie den Weg zum Krankenhaus.

Tätigkeitsbeschreibung und fachliche Eindrücke

Meine Famulatur sollte ich auf der Gynäkologie und Geburtshilfe im Hospital Santo Tomás in Panama City absolvieren. Geplant war, dass ich jede Woche in einen anderen Bereich rotiere: Gynäkologische Notaufnahme, OP, Kreissaal und Station. Einen Tag bevor es losgehen sollte, bekamen die anderen beiden Austauschstudenten und ich jedoch die Nachricht, dass wir noch nicht anfangen könnten, weil der Dekan des Krankenhauses unsere Dokumente noch nicht unterschrieben hätte. Es hat dann ein paar Tage gedauert, bis wir letztendlich starten durften. Am ersten Tag sollte ich alle notwendigen Dokumente (Impfpass, Versicherungsnachweis etc.) vorzeigen und mir wurde gesagt, ich sollte mich an die Lehrbeauftragte für Gynäkologie wenden, die mich dann einer Ärztin in der Notaufnahme zugewiesen hat. Da mein Host schon wieder abgereist war, war ich auf mich allein gestellt und habe mich einfach von Station zu Station durchgefragt, bis ich letztendlich bei der richtigen Ärztin gelandet bin. Da war ich doch froh, dass ich einigermaßen Spanisch sprechen konnte. Ich wurde sofort von den dortigen internos, was in etwa den deutschen PJ-lern entspricht, mitgenommen. Mit manchen habe ich Spanisch geredet, manche konnten so gut Englisch, dass wir uns darauf verständigt haben. Jedem interno war ein anderer Bereich zugeteilt, entweder das Monitoring der Wehentätigkeit, das Ultraschallzimmer oder ein Sprechzimmer. Sie haben sämtliche Anamnesen und Untersuchungen selbstständig durchgeführt, und jeweils mit dem zuständigen Stationsarzt Rücksprache gehalten, oder diesen sofort verständigt, falls es etwas Dringlicheres war. Mir haben sie immer alles erklärt und mich herzlich aufgenommen. Ich hätte mit Sicherheit auch mehr selber machen dürfen, wenn ich mich aktiver dafür eingesetzt hätte, da sie immer meinten, ich könnte beim nächsten Mal auch mal den Muttermund tasten oder Ähnliches. Da mir die Patientin aber leidgetan hätte, wenn zum dritten Mal jemand in ihr herumgetastet hätte, habe ich mich meistens eher zurückgehalten, was ich im Nachhinein etwas bereue. Auch im Kreissaal ist es Aufgabe der Studenten und internos die Babys unter Aufsicht zu entbinden. Wieder einmal war ich leider zu schüchtern, denn da ich nur einen Tag dort verbracht habe, meinte ich, ich wolle am Anfang eher zuschauen, obwohl ich bestimmt zehnmal an diesem Tag gefragt worden war, ob ich mittlerweile schon eine Geburt geleitet hätte. Dem zuständigen Chefarzt lag die Ausbildung der Studenten sehr am Herzen, er hat sich Zeit genommen, alles zu erklären, und z.B. auch täglich Fachartikel zugeteilt, die man am nächsten Tag vorstellen sollte. Mir und einer weiteren Austauschstudentin aus Argentinien hat er nochmal extra erklärt, wie die Aufnahme ins Krankenhaus abläuft, nach welchen Kriterien die Schwangeren den Stationen zugeteilt werden und wie der Ablauf im Kreissaal selber geregelt ist. Ich fand es sehr schade, dass ich nur so kurze Zeit dort war, denn ich hätte dort sehr viel lernen können, auch was das Praktische angeht.
Zum Tagesablauf allgemein kann ich noch sagen, dass ich jeden Tag um 7 Uhr morgens angefangen habe und offiziell bis 15 Uhr bleiben sollte. Je nachdem wie interessant es noch war, bin ich teilweise auch etwas länger geblieben. Ich hätte auch früher gehen können, meine Austauschkollegen waren teilweise nur bis Mittag, wenn überhaupt, auf ihrer Station. Es wäre wahrscheinlich auch nicht groß aufgefallen, wenn ich einen Tag gar nicht gekommen wäre, da ich mich bei niemandem offiziell anmelden musste.
Zusammenfassend war mein Eindruck, dass ich wirklich viel hätte machen und üben dürfen, wenn ich mich aktiv darum bemüht hätte. In gewisser Weise musste ich mir aber selbst jemanden suchen, der sich um mich kümmert, was aber kein Problem war, da wirklich alle sehr nett waren, besonders wenn sie gemerkt haben, dass man Spanisch spricht, bemüht und gewillt ist, etwas zu lernen.
Noch kurz zu den Patientinnen, die mir besonders im Gedächtnis hängen geblieben sind. Eine Frau behauptete im Aufnahmegespräch, einen Fuß gesehen zu haben. Und tatsächlich konnte man in der Vagina bei der körperlichen Untersuchung ein Beinchen sehen, da sie einen Abort gehabt hatte. Ich dachte, das wäre schon ungewöhnlich, bis eine 15-Jährige in die Sprechstunde kam, weil sie so sehr blutete. Der behandelnde interno hat sie immer wieder eindringlich gefragt, ob sie sicher nichts zum Abtreiben genommen habe. Hierzu muss man wissen, dass Abtreibungen in Panama illegal sind, viele Mädchen aber sehr jung schwanger werden und dann oft auf anderem Weg versuchen, die Schwangerschaft abzubrechen. Bei unserer Patientin wussten wir es nicht sicher. Als sie sich dann zur Untersuchung freimachen sollte, hatte sie kaum die Unterhose ausgezogen, als es bereits platschte und zwischen ihren Beinen auf dem Boden ein etwa 15cm großer Fetus in einer Blutlache lag. Ich war leicht schockiert, mir wurde aber versichert, dass das nichts Alltägliches sei. Ich habe in der kurzen Zeit also doch recht viel zu sehen bekommen.

Land und Leute

Panama ist ein sehr schönes Land, das von Allem etwas zu bieten hat. Es gibt die Hauptstadt mit Hochhäusern, Shoppingmalls und natürlich dem Panama Kanal, aber man braucht nur ein Stück aus Panama City herausfahren und sieht wunderschöne Landschaften, Wälder und Berge mit Wasserfällen, herrliche Sandstrände und Inseln umgeben von kristallklarem Wasser. Typische Reiseziele sind zum Beispiel die Inseln der Provinz Bocas del Toro im Nordwesten des Landes, auf denen man neben Badeurlaub auch gut Party machen kann, wenn man das möchte. Dann gibt es rund um Boquete viele schöne Wanderrouten und den Vulkan Barú, den man besteigen kann, wenn man ambitioniert genug ist. An den Küsten kann man je nach Jahreszeit Surfen oder Schnorcheln. Im Nordosten befinden sich die San Blas Inseln, auch Guna Yala genannt, die zum indigenen Volk der Kunas gehören. Dort sieht es so paradiesisch aus, wie man sich die Karibik vorstellt: Klares strahlendblaues Wasser, weißer Sandstrand und außer Palmen nur ein paar Hütten auf der Insel. Je nachdem auf welcher der 365 Inseln man gerade ist, allerdings auch noch einige weitere Touris.
Die Einheimischen sind wirklich alle sehr nett, besonders die, die ich durch den Austausch im Krankenhaus oder über IFMSA kennen gelernt habe. Mit den anderen beiden Austauschstudenten und deren Gastgebern waren wir Abendessen oder haben etwas in der Stadt unternommen. Als ich meinen Host in seiner Heimatstadt David besucht habe, durfte ich mit in die Uni gehen, wo ich von seinen Kommilitonen herzlich aufgenommen wurde. Der unterrichtende Professor hat danach gleich angeboten, ich könnte doch wie ein paar der anderen Studenten am nächsten Tag mit auf die Konferenz kommen, auf der er einen Vortrag halten würde, was ich natürlich angenommen habe. Meine Kontaktperson, die ich davor auch nie persönlich getroffen hatte, hat mich einen Samstag mal zu einer Hausparty bei einem ihrer Freunde eingeladen, und auch hier wurde ich wieder wärmstens in Empfang genommen. Mit meiner Gastfamilie habe ich einen Tagesausflug in die Provinz Colón gemacht.
Besonders kontaktscheu sollte man nicht sein, zur Begrüßung oder zum Abschied ist ein Kuss auf die Wange üblich, auch wenn man sich nur flüchtig kennt. Männer geben sich dafür meist die Hand. Woran ich mich als deutsche Frau auch erst einmal gewöhnen musste, war, dass man von Wildfremden Komplimente bekommt, und auch z.B. der Kellner sich nicht davon abhalten lässt, mit dir zu flirten, nur weil er eigentlich gerade bei der Arbeit ist. Generell wird einem als offensichtlicher Europäer (ich muss dazusagen, dass ich blonde Haare habe) viel Aufmerksamkeit und Interesse zuteil, zumindest war das mein Eindruck. Ich habe mich aber nie belästigt gefühlt.

Fazit

Alles in allem hatte ich eine sehr gute Zeit in Panama, im Krankenhaus und auch auf Reisen. Klar gibt es Vieles, das anders ist und woran man sich erstmal gewöhnen muss, aber ich finde, das macht diesen Austausch ja auch aus. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, wieder nach Lateinamerika zu reisen.

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