Unsere Forderungen und Anliegen

Im Folgenden sind unsere wichtigsten Forderungen und Anliegen, die wir gemeinsam mit den Medizinstudierenden im Hartmannbund formuliert haben, zusammengefasst.

Ausführlicher findet ihr alles im gemeinsamen Forderungskatalog.

Allgemeinmedizin. Qualität statt Quantität

An den Universitäten gehört die Allgemeinmedizin mittlerweile mehr als nur zum Pflichtprogramm. Zu den „Meilensteinen“ zählen zum Beispiel der Ausbau der Anzahl der Lehrstühle und der Forschung oder das Blockpraktikum in der Allgemeinmedizin. Trotzdem ist das Fach aus unserer Sicht noch nicht dort, wo es hingehört – nämlich stärker an den Anfang des Studiums und über den Gesamtverlauf des Studiums verteilt!

Wahlquartal statt Qualtertial

Den Defiziten, die in Sachen Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium noch bestehen, sollte allerdings auf keinen Fall mit noch mehr Verpflichtung begegnet werden. Zwangsmaßnahmen weisen in die falsche Richtung und machen die Allgemeinmedizin wahrscheinlich weniger attraktiv! Wir befürworten stattdessen größere Wahlfreiheit und mehr Eigenverantwortung im Praktischen Jahr (PJ). Durch eine Quartalslösung beispielsweise könnte ermöglicht werden, dass wir als Studierende selbst ein eigenes Profil bestimmen und so schon im PJ die Weichen für die Weiterbildung stellen.

Lockangebote statt Landarztquote

Ein Freifahrtschein für Bewerber_innen, die sich verpflichten, sich später als Hausärzt_innen im ländlichen Raum niederzulassen? Diese Bevorzugung von Bewerber_innen lehnen wir ab! Eine Landarztquote ist nicht nur deshalb bedenklich, weil so Studienplätze ungerecht verteilt werden. Sie birgt außerdem die Gefahr eines Arztes „2. Klasse“, der, vermeintlich nur wegen seiner Zusage, aufs Land zu gehen, studieren konnte. Stattdessen sollte der Fokus schon im Studium und vor allem auch in der Weiterbildung darauf gerichtet werden, das Ansehen des Allgemeinmediziners und der Allgemeinmedizinerin weiter zu stärken und vor allem die Weiterbildung in der Allgemeinmedizin attraktiver zu gestalten.

PRAXISNÄHE. Früh übt sich, wer ein Arzt werden will!

Am Krankenbett drückt der Schuh.

Wir möchten die vorklinischen und klinischen Studieninhalte besser verknüpfen und die Studierenden besser auf das Arbeitsleben vorbereiten. Daher spricht sich die bvmd für integrierte Curricula mit bereits früh und kontinuierlich vermitteltem klinischem Wissen und Krankenkontakt aus. So soll das Medizinstudium mehr an der tatsächlichen praktizierten Medizin orientiert sein.

Mehr Wissenschaft ins Studium!

Alle angehenden Ärzte und Ärztinnen sollte zum selbstständigen, wissenschaftlich-methodischen Arbeiten ausgebildet werden. Daher sprechen wir uns für eine stärkere Verankerung der Wissenschaftlichkeit im Medizinstudium aus. Die Studierenden sollen die Fähigkeit erwerben, aus wissenschaftlichen Problemen zu lernen und Lösungen zu finden.  

Nicht nur Ärztinnen und Ärzte arbeiten im Krankenhaus…

Dementsprechend fordern wir eine stärkere Verbindung mit anderen Gesundheitsberufen in unserer Ausbildung. Interprofessionelle Kurse und Veranstaltungen führen zu einem besseren Verständnis der anderen Berufsgruppen. Durch eine gezielte Zusammenarbeit können unsere Patient_innen deutlich besser behandelt werden.

Ein guter Arzt braucht mehr im Hirn als nur Bücher!

Arzt oder Ärztin zu werden bedeutet nicht nur, sich theoretisch mit Symptomen und Therapien auseinanderzusetzen. Dafür muss die Masse an reinem Faktenwissen auf ein Kerncurriculum fokussiert werden, um Platz für weiterführende Lehrinhalte zu schaffen. Kommunikative, wissenschaftliche und soziale Kompetenzen gehören ebenso ins Studium wie innovative Prüfungen, die diese Fähigkeiten nachhaltig abfagen. Das muss sich auch in praxisorientierten Staatsexamina wiederfinden.


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