Das 'Who is Who' des MM2020

Verschiedene Verbände und Organisationen äußern sich zum Masterplan Medizinstudium 2020.
aber wer sind diese Verbände und an wen richten sie ihre Interessen?

Auf dieser Seite haben wir euch die wichtigsten Akteure im Reformprozess aufgelistet und ihre Positionen zusammengefasst.


Die Bund-Länder Arbeitsgruppe

Die Bund - Länder AG wurde vom Bundesministerium für Gesundheit und Bundesministerium für Forschung und Bildung im Mai 2015 ins Leben gerufen.
Mitglieder dieser Arbeitsgruppe sind einige Gesundheits-und Wissenschafts- bzw. Kultusminister der Länder sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den Koalitionsfraktionen des Deutsche Bundestages. Bisher gab es ein öffentliches Treffen an dem die unten genannten Verbände und Organisationen auch eingeladen wurden.

Dieses fand am 03. und 04.11.2015 in Berlin statt und für uns waren Naomi (Präsidentin der bvmd 2015), Lauritz (AG Gesundheitspolitik) und Myriam (AG Medizinische Ausbildung) vor Ort.

Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen

Der Sachverständigenrat  ist ein Gremium des Gesundheitsministeriums, welches alles zwei Jahre Gutachten über die  Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen erstellt.

Gerade das Gutachten “Bedarfsgerechte Versorgung − Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche” wurde von der Bund - Länder - AG in ihre Literaturliste aufgenommen.

Vorsitzender des Sachverständigenrats ist zur Zeit Prof. Ferdinand M. Gerlach, welcher ebenso Vorsitzender der DEGAM ist.

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM)

Die DEGAM ist der wissenschaftliche Verband der Allgemeinmedizin. Sie setzt sich für eine deutlichere Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium ein. So sind vor allem der Pflichtabschnitt Allgemeinmedizin im PJ und die Abprüfung der Allgemeinmedizin im 3. Staatsexamen die Forderungen der DEGAM.

Deutscher Hausärzteverband

Der Deutsche Hausärzteverband ist der Berufsverband für die niedergelassenen Allgemeinmediziner. Vorsitz hat hier  Ulrich Weigeldt. Dier Deutsche Hausärzteverband hat sich ebenso mit einer Stellungnahme an die Bund-Länder-AG gewandt. Da diese nicht öffentlich ist, können wir hier leider nichts über die genaue Positionierung schreiben.

Bundesärztekammer (BÄK)

Die Bundesärztekammer ist die Organisation der ärztlichen Selbstverwaltung und vertritt die berufspolitischen Interessen der gesamten Ärzteschaft in Deutschland. Die BÄK spricht sich dafür aus, das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium zu reformieren, neben der Abiturnote sollen auch Berufsausbildung, Freiwilligendienste und objektive Assesment Tests stärker in der Auswahl einbezogen werde. Die BÄK plädiert zudem, praktisches-klinische Fähigkeiten früher im Studium zu lehren. Im PJ soll es neben der Allgemeinmedizin auch möglich sein, andere Fächer ambulant kennenzulernen.

Hier findet ihr die Stellungnahme der BÄK zum Masterplan.

Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

Die KBV ist die die Vertretung der Kassenärzlichen Vereinigungen auf Bundesebene. Sie vertritt gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit und dem Gesetzgeber  die vertragsärztlich tätigen Ärztinnen und Ärzte. Die KBV brachte den Vorschlag an, das PJ in zwei ambulante Quartale und zwei stationäre Quartale zu splitten. Außerdem plädieren sie auch für Allgemeinmedizin als Prüfungsfach im Staatsexamen.

Marburger Bund

Der Marburger Bund  ist ein Berufsverband, der angestelle Ärztinnen und Ärzte und Medizinstudierende vertritt. De facto ist der MB damit wie eine “Gewerkschaft” der Ärzte in Krankenhäusern. Die Positionen des Marburger Bundes für den Masterplan 2020 sind zu einem die Erhöhung der Studienplatzzahl um 10%, die Beibehaltung des Praktischen Jahres in der bisherigen Form in Tertialen,zum anderen plädieren sie, wie wir auch, für die Abschaffung der Teilstudienplätze.

Die Deutsche Hochschulmedizin (Medizinscher Fakultätentag (MFT) & Verband der Universitätsklinika in Deutschland(VUD))

Der MFT und der VUD haben  von Seiten der Fakultäten und der Universitätsklinika aus eine gemeinsame Stellungnahme an die Bund-Länder-AG gerichtet.

Hierbei betonen sie:

  • eine Änderung des Zulassungverfahrens

  • die Ablehnung einer Primärarztquote (ugs. Landarztquote)

  • eine stärkere Einbindung von anderen Gesundheitsberufen im Studium

  • die Ablehnung, im Praktischen Jahr einen Abschnitt in der  Allgemeinmedizin durchzuführen

Gesellschaft Medizinische Ausbildung (GMA)

Die Gesellschaft für medizinische Ausbildung ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, die den aktuellen Stand der Forschung mit der Entwicklung der Ausbildung für zukünftige Ärztinnen und Ärzte vereint. Die GMA hat sich ebenso mit einer Stellungnahme an die Bund-Länder-AG gewandt. Da diese nicht öffentlich ist, können wir hier leider nichts über die genaue Positionierung schreiben.

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V (AWMF)

Die AWMF ist die Arbeitsgemeinschaft von den medizinischen Fachgesellschaften und hat sich ebenso in einer Stellungnahme über den Masterplan Medizinstudium 2020 geäußert. Zu einem ist sie für evidenzbasierte Zulassungkriterien für das Medizinstudium, sie lehnt eine Landarztquote ab und plädiert dafür, Anreizsysteme für die Allgemeinmedizin während des Studiums und der Weiterbildung zu schaffen. Den Erwerb von wissenschaftlichen Kompetenzen für die ärztliche Berufsausübung halten sie für obligatorisch.

Hartmannbund

Der Hartmannbund ist ein Berufsverband, der Ärztinnen und Ärzte und Medizinstudierende vertritt. Circa zwei Drittel der Mitglieder beim Hartmannbund sind angestellte Ärztinnen und Ärzte. Der Hartmannbund lehnt den Pflichtabschnitt in der Allgemeinmedizin ab, ebenso finanzielle Anreizsysteme zu Beginn des Studiums um Studierende für die Allgemeinmedizin zu verpflichten. Vielmehr soll der Aspekt der ambulanten und primärärztlichen Versorgung innerhalb des Studiums gestärkt werden. Zum Zulassungsverfahren stellt der Hartmannbund eine 33,3%-Regelung für Abiturnote, standardisierte Tests und standardisierte Interviews vor. (Hier geht's zur Stellungnahme)

Gemeinsam mit den Studierenden im Hartmannbund haben wir bereits eine Umfrage zum PJ durchgeführt, eine Pressemitteilung verfasst und zwei offene Briefe an die Bund-Länder-AG geschrieben.