Logo

Na - was siehst du zuerst, die Hand oder das Herz?
Unser Logo verbindet viele wichtige Elemente des Projekts Breaking the Silence in einem Bild. Zunächst fällt vielleicht auf, dass die Handform eine für uns Hörende nicht besonders alltägliche ist. In der deutschen Gebärdensprache (DGS) wird sie hingegen oft verwendet. Auch die Gebärden STUDIUM und STUDIEREN bedienen sich dieser Handform, bei der der Zeigefinger den Daumen umrahmt. Die Handform selbst stammt also aus der Gebärdensprache und verdeutlicht so die enorme Bedeutung der Gehörlosenkultur für unser Projekt, wobei ihre Verwendung in der DGS zugleich unsere Funktion als Studierendeninitiative repräsentiert.

Auf den zweiten Blick lässt sich in der Hand auch eine anatomische Herzform erkennen. Diese schlägt, mit dem Daumenballen als linker Ventrikel, nicht nur einen Bogen zurück zur Medizin, sondern drückt auch aus wie sehr das Projekt eine Herzensangelegenheit ist. Und zwar für beide Seiten: für uns als angehende Mediziner ebenso wie für die Mitglieder der Gebärdensprachgemeinschaft, die uns unterstützen!

Projektname

Welche Gedanken stecken eigentlich hinter dem Namen "Breaking the Silence"? Schon oft haben wir festgestellt, dass es zu unserem Projektnamen ganz unterschiedliche Assoziationen gibt, da der Titel sich zwar leicht übersetzen lässt, jedoch nicht genauer spezifiziert welche Stille gebrochen werden soll. Es ist schön zu beobachten wie die unterschiedlichen Interpretationsmöglichkeiten zu spannenden Diskussionen führen, wir möchten jedoch die Gelegenheit nicht versäumen zu erläutern, was "Breaking the Silence" für uns ausdrückt und welche Aspekte wir folglich repräsentieren.

Da wir eine Initiative von Studierenden der Medizin darstellen, ist mit dem Begriff "Silence" vor allem die Stille gemeint, die leider zu oft zwischen einem/einer hörgeschädigten/r Patient/in und dem behandelnden Arzt/Ärztin entsteht, insofern kein Dolmetscher im Raum ist.

Keinesfalls soll der Name des Projekts auf eine Stille hinweisen, die von dem/der Hörgeschädigten ausgeht. Denn in einer solchen Situation sind es in der Regel nicht die Patienten, sondern die Mediziner, die nicht recht wissen wie Hürden in der Kommunikation abgebaut werden können.

Mitglieder der Gebärdensprachgemeinschaft jonglieren im Alltag ununterbrochen mit mehreren Kommunikationsformen (sei es Gebärdensprache, Absehen, Schriftsprache oder Lautsprache). Die Stille, die im Behandlungszimmer entsteht, ist also meist auf eine Unsicherheit des medizinischen Personals und einer daraus resultierenden "Schockstarre" zurückzuführen. Ärztinnen und Ärzte, die noch wenig oder gar keine Erfahrungen mit Hörschädigungen gemacht haben, wissen oft nicht genau wie sie angemessen reagieren und kommunizieren können.  Leider sind sie oft weder gebärdensprachkompetent, noch geschult im Umgang mit hörgeschädigten Patienten/innen und sind sich grundsätzlicher Verhaltensweisen in der Kommunikation deshalb meist gar nicht bewusst. Unbewusst wird vielleicht das Gesicht beim Sprechen immer wieder dem Computer zugewandt, sodass es schwierig ist das Gesprochene von den Lippen abzusehen, vielleicht werden wichtige Worte auch überdeutlich artikuliert und das Mundbild so verzerrt, oder in der geschriebenen Kommunikation zu komplizierte Sätze verwendet.

Genau aus diesem Grund setzt sich das Projekt "Breaking the Silence" dafür ein, angehendes medizinisches Personal zu schulen und die Gespräche zwischen Arzt/Ärztin und hörgeschädigtem/r Patient/in zu erleichtern.