Internationale Medizinstudierende - eine vielseitige Studierendengruppe

Wie der Name bereits andeutet, sind internationale Medizinstudierende für ihr Medizinstudium in ein anderes Land gereist und leben dort während ihrer Ausbildung. In den vergangenen Jahren ist die Zahl solcher Studierenden weltweit gestiegen, was sich ebenfalls in Deutschland bemerkbar macht. Während allerdings Studiengänge im Bachelor- und Mastersystem weitgehend zugangsfrei für internationale StudienbewerberInnen sind, sind die medizinischen Studienplätze für internationale BewerberInnen teilweise quotiert. So stellen BewerberInnen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union maximal 5% aller Medizinstudierenden in Deutschland. BewerberInnen aus dem EU-Ausland können sich hingegen auf die gleichen Studienplätze wie ihre deutschen KommilitonInnen bewerben. Erfahrungsgemäß stellen sämtliche internationalen Medizinstudierenden so ca. 12% aller Medizinstudierenden in Deutschland.Internationale Medizinstudierende bilden eine sprachlich, sozial und kulturell sehr vielfältige Gruppe innerhalb der medizinischen Jahrgänge und tragen so die Welt im Kleinen in Seminarräume und Vorlesungssäle der deutschen medizinischen Fakultäten. Dies bietet ihnen und ihren inländischen KommilitonInnen nicht nur persönlich bereichernde Erfahrungen, sondern ebenfalls Lernmöglichkeiten im Medizinstudium. Insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender interkultureller Patientenkontakte kann das Erleben von Vielfalt im Medizinstudium einen Beitrag zur patientenorientierten Ausbildung leisten.

Die Hürden und Brücken des Ankommens

Internationale Medizinstudierende erleben den Studienstart wie ihre inländischen KommilitonInnen oft als herausfordernd. Bei vielen von ihnen finden diesen typischen Hürden des Studienstarts allerdings in einem sprachlich und kulturell neuartigen Umfeld statt. Dabei fällt vielen der Start nicht einfach, was Befragungen zur Lebensqualität und sozialer Integration im Studium zeigen konnten. Auch tun sich internationale Medizinstudierende in diesem Umfeld mit den Studienleistungen oft schwerer als ihre inländischen KommilitonInnen. Um diese vielfältigen Probleme zu adressieren, entstanden in den vergangenen Jahren lokale Initiativen an medizinischen Fakultäten, die internationale Medizinstudierende unterstützen wollen. Diese Angebote reichen von allgemeiner Studienberatung über Tutorienprogramme und Sprachkursen hin zu vielschichtigen Förderkonzepten.

Hintergrund und Ziel dieses Projekts

Während die medizinische Ausbildungsforschung sowie lokale Dozierende und Studierende an ihren Fakultäten zunehmend solche Unterstützungsinitiativen gründen, steht deren bundesweite Vernetzung noch weit am Anfang. Aus diesem Grund wurde 2016 das Projekt internationale Medizinstudierende der bvmd durch einen Zusammenschluss von Studierenden unterschiedlicher Fakultäten gegründet. Im Verlauf ist die Unterstützergruppe gewachsen und besteht nunmehr aus vielen verschiedenen Nationalitäten.Die zentralen Ziele unseres Projekts sind dabei:

  • Bundesweite Vernetzung und Unterstützung lokaler Initiativen

  • Sensibilisierung der medizinischen Fakultäten sowie der Öffentlichkeit für das Thema Internationalität und Vielfalt der medizinischen Studierendenschaft

  • Bundesweite Vertretung von Interessen der internationalen Medizinstudierenden innerhalb der medizinischen Studierendenschaft