Projektblog

Hier stellen wir euch Projekte der Lokalgruppen der EMSA Deutschland vor. 
Habt ihr ein Projekt, von dem ihr gerne berichten möchtet? Dann schreibt uns an noei@bvmd.de!

Breaking Barriers: Umgang mit dem Islam im Krankenhaus (EMSA Würzburg)

Du arbeitest im Krankenhaus und dein Patient entstammt einem anderen Kulturkreis.Eventuell wirst du dich fragen: Wie verhalte ich mich adäquat? Gibt es Besonderheiten, auf die ich bei der Behandlung Rücksicht nehmen sollte, sofern ich davon weiß? Unserer Meinung nach baut Unwissenheit Hemmungen auf. Leider bekommt der Aspekt des Umgangs mit Patienten anderer Kulturkreise, vor allem in Bezug auf Soft Skills, im Medizinstudium nur ungenügende Beachtung. Und das trotz der Aktualität des Themas.Da seit einiger Zeit  vermehrt Menschen muslimischer Herkunft im Krankenhaus anzutreffen sind, war es unser Ziel, Medizinstudierende über den Islam bzw. die Ethik der medizinischen Versorgung im Islam zu informieren. 

Unser Ziel: Mauern abbauen

Zur Einführung in unseren Workshop haben wir Ausschnitte aus dem Film „My Escape“ gezeigt, der vom NDR im Jahr 2015 produziert wurde. Zuvor haben wir wegen der Filmrechte per Email beim NDR angefragt und daraufhin eine DVD zugeschickt bekommen. Den Film kann man privat auch auf YouTube anschauen.
Er thematisiert die Fluchtbewegungen im Herbst 2015 und ist ein Zusammenschnitt unterschiedlicher Videos, die Menschen verschiedener Herkunftsländer mit ihren Handys auf ihrer Flucht festgehalten haben. Es ist ein Film, der Zahlen und Fakten mit persönlichen Schicksalen verbindet. So konnten wir eine Einführung in den Abend geben und gerade den aktuellen Bezug zu Geflüchteten muslimischer Herkunft herstellen.
Wer wissen möchte, welche Stellen genau wir gezeigt haben, kann sich gerne an uns wenden.
 
Für den Hauptteil des Abends haben wir Frau Dr. Leyla Fröhlich-Güzelsoy für einen Vortrag zum Thema Medizinethik im Islam und zu generellen Prinzipien, auf die man im Umgang mit der Kultur achten sollte, gewinnen können.
Frau Dr. Fröhlich-Güzelsoy ist selbst Ärztin am Klinikum Nürnberg (zuvor war sie im Ethikrat der Universität Erlangen) und gläubige Muslima. Sie beschäftigt sich intensiv mit den Islamwissenschaften und hält bei uns in Würzburg im Rahmen des Fachs Palliativmedizin Vorlesungen zum Thema „Tod und Sterben im Islam“.  Bei ihrem interaktiven Vortrag haben wir im Stuhlkreis über das Thema Flucht und den Umgang mit Personen islamischen Glaubens im Krankenhaus gesprochen. Zum Einstieg hat sie uns nach unseren Erfahrungen mit dem Islam gefragt und eine informative Grundlage zu den Hintergründen und Zahlen der aktuellen Fluchtbewegung gegeben. Später ist sie dann mehr und mehr auf  praktische Tipps für den Alltag im Krankenhaus, wenn verschiedene Kulturen aufeinander treffen, eingegangen.
Sie hat uns gekonnt für das Thema begeistert und viele sehr interessante Punkte erwähnt, an die man vorher gar nicht gedacht hätte.
Den Abend abgerundet haben wir dann mit einer persönlichen Fragerunde.
Ein Bekannter der EMSA Würzburg, der vor seiner Flucht in Syrien eine Krankenpflegeausbildung begonnen hatte, erklärte sich bereit, Fragen zu seiner Person und zu seinen Erfahrungen in und außerhalb des Krankenhauses zu beantworten.
 
Der Abend war aufwühlend, informativ und zugleich spannend.
Wir hatten mit unseren beiden Gästen großes Glück und es war ihnen zu verdanken, dass der Workshop ein voller Erfolg war.

Es wird bestimmt nicht der letzte Abend der Breaking Barriers Reihe gewesen sein.

Bericht von Dorothée, EMSA Würzburg (wuerzburg@emsa-europe.eu)

Weihnachten mal anders (EMSA LMU München)

Kurz vor Weihnachten besuchten die EMSA-Lokalgruppen der LMU und TU München die Kinderstationen des Schwabinger Krankenhauses und das von Hauner'sche Kinderspital. Mit Plätzchen, Musik und kleinen Geschenken verbreiteten wir ein wenig vorweihnachtliche Stimmung. Im Schwabinger Krankenhaus veranstalteten wir zusammen mit Mitgliedern des Münchner Medizinerchors ein kleines Konzert in der Aufnahme, bevor wir von Station zu Station zogen. Dort sangen wir gemeinsam mit den Kindern, Eltern und Pflegekräften Weihnachtslieder. Jedes Kind konnte sich bei unseren beiden Weihnachtsmännern ein Geschenk aussuchen. Die Kinder freuten sich sehr über unseren Besuch. Auch die Eltern und die Krankenschwestern waren über die Abwechslung angetan.

Für unsere Weihnachten Mal Anders-Aktion war natürlich Einiges zu organisieren. Da wir unbedingt das EMSA Projekt  Different Christmas auf die Beine stellen wollten, suchten wir uns Anfang des Semesters ein paar motivierte Leute und setzten uns zusammen. Zunächst sammelten wir Ideen, wie wir das Projekt umsetzen wollen. Wir entschieden uns dazu, Kinder im Krankenhaus vom Klinikalltag abzulenken, da gerade für Kinder die Adventszeit eine ganz besondere Zeit ist, was ihre Zeit in der Klinik vermutlich noch schwieriger macht. Wir änderten den Namen des Projektes zu Weihnachten Mal Anders, da die meisten kleinen Kinder noch kein Englisch verstehen. Nun schrieben wir  Kinderkrankenhäuser an, ob sie Lust hätten unser Projekt zu unterstützen. Zwei Krankenhäuser waren sofort begeistert und so erarbeiteten wir ein Programm für je einen Nachmittag in den Krankenhäusern. Dabei bekamen wir Unterstützung von Sängern aus unserem Medizinerchor und von Musikern der Münchner AG GAIA (Gemeinsam Aktiv für Interkulturellen Austausch), die ein schönes Weihnachtsprogramm zusammenstellten. Wir gestalteten  Liedzettel mit einem Ausmalbild und unserem Weihnachten mal anders-Logo.

Für die Geschenke organisierten wir unter unseren Kommilitonen eine Spendenaktion, bei der gut erhaltene Kinderspiele und Bücher -gerne auch mit einer persönlichen Botschaft- abgegeben werden konnte. Zusätzlich fragten wir vorwiegend in kleineren Geschäften nach kleinen Sachspenden ohne große Firmenlogos. Auf diese Weise kam Einiges zusammen!

Ursprünglich wollten wir mit Kindern, deren Gesundheitszustand es erlaubte, sogar Plätzchen backen. Da kurzfristig fast alle Erzieher krankheitsbedingt ausfielen, bereiteten wir die Plätzchen schon am Tag vorher vor und brachten sie fertig auf die Stationen mit.

Nachdem die Rückmeldung in beiden Kliniken durchwegs positiv war, wollen wir Weihnachten Mal Anders  wiederholen. Solche Aktionen müssen sich ja nicht zwangsläufig auf die Weihnachtszeit beschränken... Ideen haben wir auf jeden Fall genügend!

Mehr Fotos von Weihnachten Mal Anders und anderen Münchner EMSA-Projekten findet ihr auf den Facebookseiten des AK EMSA der LMU und TU München!

Welt-AIDS-Tag meets Movies&Medicine (EMSA Bochum)

Am 1. Dezember war Welt-AIDS-Tag. Gemeinsam mit der Lokalgruppe von Mit Sicherheit verliebt wollten wir darauf aufmerksam machen. Wir trommelten also ein paar Helfer zusammen, beantragten beim Studierendenwerk eine Genehmigung und rührten Unmengen von Waffelteig zusammen. Außerdem kümmerten wir uns im Vorfeld um Info-Material und Give-Aways: Kondome und die roten Schleifen als Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken. Unterstützt wurden wir dabei von der AIDS Hilfe sowie von Mit Sicherheit verliebt.
Wir waren im Gebäude der Mediziner und bei den Geisteswissenschaftlern vertreten. So konnten wir viele der Materialien verteilen und über die therapeutischen Möglichkeiten bei einer HIV-Infektion informieren. Die Waffeln sind wir natürlich auch ganz gut losgeworden - die Einnahmen in Höhe von 350 Euro spendeten wir zu gleichen Teilen der AIDS Hilfe Deutschland und Bochum.

Die Aktion war unserer Meinung nach ein ziemlicher Erfolg. Spaß hat es auch gemacht. :-)


Fotos findet ihr auf unserer Facebook-Seite: 
WAFFELBACKEN und FILM-ABEND

Solltet ihr noch Fragen zu unseren Aktionen zum Welt-AIDS-Tag oder zur Arbeit unserer Lokalgruppe haben, dann schreibt uns einfach bei
facebook oder per Email an bochum@emsa-europe.eu

Da wir thematisch dann schon so dabei waren, veranstalteten wir in der Woche danach unseren Movies&Medicine Abend mit dem Film Dallas Buyers Club, in dem es um einen an AIDS erkrankten Cowboy und dessen Kampf um Medikamente geht (Trailer). Im Anschluss an den Film informierte Frau Dr. Potthoff aus dem Walk in Ruhr: Zentrum für sexuelle Medizin und Gesundheit über die Entwicklung und den aktuellen Stand der HIV-Therapie. Es war also unterhaltsam und informativ. :-)