IFMSA March Meeting

General Assembly 2017

Bericht von Amelie Hofmann
Bundeskoordinatorin für Public Health 2016/17

Plenary Simulation: Diese Einheit ganz zu Beginn am Tag 0 ist empfehlenswert, um einen Einstieg in die Abläufe des Plenums zu finden und knüpfte sehr gut an das Plenumsspiel an, welches wir auf unserem Delegationswochenende traditionellerweise spielen.

SCOPH-Sessions (Tag 1): Der erste Tag war überwiegend der Einführung gewidmet. Die SCOPH-Strategie wurde vorgestellt und neue Ideen wurden durch die Teilnehmenden gesammelt. Halbiert auf Anfänger*innen sowie Expert*innen-Gruppen wurden die Vision und Mission von SCOPH erarbeitet. Schließlich fanden die SCOPH-Talks statt: Im Vorhinein erwählte Redner*innen präsentierten jeweils in wenigen Minuten eine motivationale Rede über ein Thema ihrer Wahl.

Regional Sessions: Diese Einheit war zweigeteilt auf Tag 1 und Tag 4. Nach einer Einführung an Tag 1, während der alle Europäischen Amtsträger der IFMSA vorgestellt wurden, erfolgte eine Aufteilung in die Ständigen Arbeitsgruppen. In der SCOPH-Gruppe arbeiteten wir mit dem Thema Psychische Gesundheit. Hier ging es darum, in Kleingruppen eine Vorgehensweise zu einem Unterthema unserer Wahl auf Flipcharts zu planen, z. B. wie wir eine Änderung der Mentalität sowie des Verhaltens erreichen könnten, wenn wir Essstörungen angehen wollen durch schauspielerische Inszenierungen oder einer Social Media Kampagne. An Tag 4 wurden die aufkommenden Veranstaltungen des nächsten halben Jahres, wie beispielsweise die TNTs, vorgestellt. Außerdem präsentierten verschiedene Amtsträger ihre Arbeit. So berichtete Hana Lucev als General Assistant, die sich in ihrer Arbeit mit antimikrobriellen Resistenzen beschäftigt, von den neuesten Entwicklungen sowie Alice Claeson als General Assistant für Europa, zuständig für die Arbeit an Migration und Flüchtlingen, beide Themen entsprechend den abgestimmten externen Fokusarealen der Arbeit in der europäischen Region. Schließlich erfolgte eine erneute Aufteilung in verschiedene Arbeitsgruppen, die de gusto gewählt werden konnten. Ich fand mich in der Gruppe zur Arbeit mit externen Partnern wieder, die von Skander Essafi, dem Liaison Officer for Public Health Issues, moderiert wurde. Bis auf die Vorstellung aller Anwesenden erreichten wir in der Kürze der Zeit nichts Weiteres.

NFDP: Traditionell richtet eine Hand voll engagierter SCOPHeroes einen Tisch aus, an dem nur Wasser ausgeschenkt wird, um dem ausufernden Alkoholismus, der dort üblich ist, Paroli zu bieten. Und tatsächlich war es ein voller Erfolg mit insgesamt 200 Litern ausgeschenkten Wassers!

SCOPH-Sessions (Tag 2): Nun erfolgte eine Aufteilung der großen Gruppe von über 100 SCOPHeroes in zwei Untergruppen: Die Teilnehmenden wählten zwischen den Themenblöcken Nicht-Übertragbare Erkrankungen sowie den Übertragbaren Erkrankungen aus. Ich war als Teil des Sessions‘ Teams in letzterer Gruppe eingeteilt. Nach einem kurzen Umriss der Geschichte von Infektionserkrankungen spielten wir ein Quiz, um den Wissensstand der Teilnehmenden abzufragen. Der zweite interaktive Teil der Session wurde durch mehrere SWGs gebildet, in welchen verschiedene Themen wie AMR u. A. diskutiert wurden. Nach Zusammenführung zur großen Gruppe referierte eine externe Dame von der World Federation of Public Health Associations (WFPHA) über Global und Global Public‘s Health.

Joint Sessions (Tag 2): Hier kann jede*r unter einer Vielzahl von Ständigen Arbeitsgruppen-übergreifenden Einheiten wählen und bietet die Möglichkeit, einmal die Luft anderer Ständiger Arbeitsgruppen zu schnuppern. Hier war ich direkt beteiligt, da ich neben dem SCORP Regional Assistant für Europa Behrouz Nezafat und Alice Claeson, der General Assistant für Europa die Co-Teamerin der SCOPH/SCORP Joint Session war. Wir hatten uns überlegt, die Migrations- und Flüchtlingsthematik auf eine globalere Ebene zu bringen, da das meiste, über das die Menschen in der Gesellschaft ansonsten sprechen, sehr eurozentrisch und damit nicht geeignet für die General Assembly ist. Wir wählten eine Herangehensweise, die die Gesundheitssysteme als Ganzes betrachtet und beschäftigten uns anhand des Beispiels einer verfolgten ethnischen Minderheit in Malaysia (um einmal eine Flüchtlingsgruppe zu nehmen, über die gesellschaftlich nicht schon endlos diskutiert wurde und feste Fronten bestehen) mit der Frage, wie Gesundheitssysteme agieren müssten bzw. mit welchen Maßnahmen wir sie verbessern könnten, damit sie mit einem plötzlichen und mengenmäßig großen Influx von Geflüchteten umgehen können. Diese Perspektive auf die schon sehr arg durchgekaute Thematik war sehr interessant, aber stellte sich als ziemlich abstrakt und unkonkret heraus, sodass es den Teilnehmenden während der Kleingruppenarbeit einige Schwierigkeiten bereitete, das Thema zu bearbeiten. Nichtsdestotrotz würde ich ein positives Fazit aus der Einheit ziehen, da wir einen anderen Weg als die ausgetretenen Pfade beschritten haben und so hoffentlich den Horizont der Teilnehmenden für die globale Perspektive etwas geweitet haben.

SCOPH-Sessions (Tag 3): An diesem Tag boten wir erneut zwei verschiedene Themenblöcke an: Mental Health und Universal Health Coverage. In der Mental Health Einheit ging vor allem darum, das Bewusstsein der Teilnehmenden auf den eigenen Selbstwert zu lenken. Wir begannen die Einheit mit einer motivierenden Stretching-Übung, anschließend wurde eine anonyme Umfrage per Handzeichen bei geschlossenen Augen durchgeführt, in der abgefragt wurde, wie viele Teilnehmende bereits von Depression bis hin zu Suizidgedanken betroffen waren. Hier kamen, erschreckenderweise, nicht unerhebliche Zahlen dabei heraus.

IFMSA Programs (Tag 3): Diese Einheit fand parallel zur berühmten Exchange Fair an Tag 3 statt. Der Programs-Zweig unterteilte sich noch einmal in verschiedene der 18 existierenden Programme auf, die in dieser Einheit näher erläutert wurden. Ich wählte den Unterzweig Evaluation & Impact Assessment, geleitet vom VPA Dominik Schmid und Maria Golebiowska, der Programmkoordinatorin für biomedizinische Ethik. Ich habe diese Einheit als inhaltlich wertvoll wahrgenommen und konnte hier einiges mitnehmen. Nach einer grundlegenden Einführung in die Programme arbeiteten wir in Kleingruppen mit Endzielen und intermittierenden Zielen. Meine Gruppe formulierte beispielsweise das Endziel, dass kein Mensch mehr als Folge des Rauchens sterben soll. In der Folge erarbeiteten wir realistische und konkrete Zwischenziele anhand der SMART-Kriterien. Anhand dieses Beispiels wurde uns im Anschluss klargemacht, wie die von den NMOs durchgeführten Aktivitäten evaluiert werden und es wurde umrissen, wie der Impact methodisch ausgewertet wird.

IFMSA Strategy: Hier referierte eine externe geladene Persönlichkeit über die Aufstellung einer langfristig orientierten Strategie, der eine Organisation in ihrer Arbeit über mehrere Jahre hinweg folgt. Da die NMO-Hour an dem Tag länger dauerte, verpasste ich den ersten Teil des Vortrags. Aber auch in dem anderen Teil kam leider nicht das dabei herum, was ich mir erhofft hatte. Ich war mit der Erwartung in die Einheit gegangen, etwas darüber zu erfahren, wie man prinzipiell Strategien aufstellt, was auch für die eigene nationale Arbeit sehr nützlich gewesen wäre.

Training Sessions: Auch hier konnte jede*r wieder aus vielfältigen Trainingsangeboten auswählen, unter anderem Public Speaking, Externe Repräsentation u.v.m. Ich wählte das Training zu Konfliktmanagement aus. Nach erster Vorstellung und einer Einführung ging es vor allem um das Praktische. Wir spielten ein Spiel, in welchem jede*r Einzelne zunächst vier Begriffe sammelte, die die IFMSA am besten charakterisieren. In der nächsten Etappe musste man mit einem Partner aus den insgesamt acht Begriffen vier auswählen, dann mussten je vier Leute diese Begriffe wieder herunterbrechen, usw. bis wir uns als einzige Gruppe letztendlich auf sechs finale Adjektive zu einigen hatten. Dieser Prozess der Kommunikation, was nichts anderes als ein Konflikt im eigentlichen Sinne war, war sehr interessant. Spannend finde ich auch, was es für unterschiedliche Herangehensweisen an die gleiche Thematik gibt, nach dem ich kürzlich erst einen Workshop zu Konfliktbewältigung mit einem ganz anderen Ansatz besucht hatte.

Activities Fair (Tag 4): Hier werden alle möglichen Projekte innerhalb der NMOs vorgestellt. Ich war eine der Richter*innen, die mehrere Projekte zugeteilt bekamen, um sie nach bestimmten Kriterien zu bewerten und eine Gesamtpunktzahl zu vergeben. Am Schluss wurden damit die drei erfolgreichsten Projekte gekürt. Dies führte allerdings dazu, dass ich selbst von der Fair als eine meiner Lieblings-Sessions nichts mitnehmen konnte.

SC-Sessions: Direkt im Anschluss an die Fair fanden bei SCOPH die Arbeitsgruppen-internen Training Sessions statt. Den Übergang empfand ich als sehr stressig, zumal ich hier wiederum neben der SCOPH RA für Europa, Saana Maenpää, Co-Teamerin für die Einheit zum Public Health-bezogenen Leadership Training war. Nach einer Einführung in die Bedeutung von Leadership und einer Gegenüberstellung von einem Leader und einem Boss führten wir den Leadership Compass ein. Die Teilnehmenden identifizierten sich mit der Führungsrichtung benannt nach den Himmelsrichtungen, die ihrem Wesen am ehesten entsprachen. Um die praktische Relevanz dieser Einteilung zu verdeutlichen, sollten Gruppen der Teilnehmenden aus jeweils einer Richtung gemeinsam einen Urlaub planen. Im nächsten Teil der Einheit, der sich, nachdem Leadership auf individueller Ebene beleuchtet wurde, nun auf die Ebene der Zusammenarbeit in der NMO/Region bezog, gruppierten sich die Teilnehmenden, um mittels einer Mind Map Themen, Herausforderungen und Lösungsansätze für die Arbeit als NPO auf nationaler, regionaler und globaler Ebene zu sammeln. Das funktionierte mehr schlecht als recht, da sich unter unseren Teilnehmenden kaum NPOs befanden. Den Abschluss bildete die Ebene von Leadership als Public Health Leaders, in welcher die Teilnehmenden anhand von schauspielerischen Elementen die Wichtigkeit patientenzentrierter und -zugewandter Anamnesetechniken im klinischen Alltag verdeutlichen sollten. Zudem erzählte der Liaison Officer to the WHO Amine Lotfi von seiner Arbeit in seiner Rolle als Public Health Leader.

SCOPH-Sessions (Tag 5): Nach einer Einheit zum Thema Interessenskonflikte, ein Thema, dessen Relevanz und Tragweite für den ärztlichen Beruf mir dabei erst richtig vor Augen geführt wurde, weil es zuvor im Studium etc. nie so deutlich thematisiert wurde, kamen wir zum NPO-Plenum. Für all diejenigen, die keine LPO/NPO-Rolle in ihrer NMO bekleideten, wurde eine parallele Open Hour zum Thema Mental Health angeboten. Im Plenum ging es darum, die vom SCOPH International Team vorgeschlagenen Änderungen an den SCOPH-Regeln demokratisch abstimmen zu lassen. Meiner persönlichen Meinung nach war diese Aktion völlig obsolet, da es sich um rein formale Änderungen handelte, was keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen würde. Andererseits mag es auch wichtig gewesen sein, einmal mitzuerleben, wie so etwas abläuft bzw. dass nicht alles innerhalb der Ständigen Arbeitsgruppen nur Spaß ist.

Im Anschluss wurden die durch die Teilnehmenden am ersten Tag gesammelten Aspekte der zukünftigen SCOPH-Strategy zur Wahl gestellt, sodass über die fünf wichtigsten zu verfolgenden Punkte entschieden wurde. Das vermittelte neben Transparenz das Gefühl, als SCOPH-Angehörige auch wirklich die internationale SCOPH-Strategie mitzugestalten anstatt nur passiver Teil dieser zu sein, weil die eigentliche internationale Arbeit ja überwiegend durch SWGs und IFMSA-Amtsträger*innen getragen wird.

Nach einem Wrap-Up durch Ella und mit einem jeweils knappen Feedback von jeder*m der >100 Teilnehmenden inklusive Danksagungen und Beteuerungen, wie viel die Sessions den Leuten gebracht haben fanden die SCOPH-Sessions ein emotionales Ende.