World Health Summit 2019

Vom 27.-29.10. waren wir mit einer Delegation der bvmd beim World Health Summit in Berlin. Dieses Event wird als Treffen der M8 Alliance of Academic Health Centres, Universitäten and National Academies veranstaltet und vereint viele offizielle Akteure der Globalen Gesundheit. So nahmen sowohl der Gesundheitsminister als auch Führungspersonen der WHO und der UN teil. Wir hatten wir drei Tage lang Zeit, uns mit diversen Themen zu beschäftigen, darunter hochaktuell Klimawandel und Gesundheit, Universal Health Coverage oder Gender Equality within the Global Health Workforce. Die Veranstaltungen werden auf Räume verteilt, die nach Kontinenten benannt sind und Schwerpunktthemen dieser Regionen behandeln.

Tag 1

Der erste Tag beginnt für uns mit einem weiblichen Panel, welches durch “Women in Global Health” geleitet wurde und sich mit der Rolle von Frauen in der Globalen Gesundheit beschäftigt hat. Ein besonderer Gast war dabei die Vize-Premierministerin von Costa Rica, welche sich persönlich seit Jahren für Geschlechtergerechtigkeit in ihrem Land einsetzt.

Danach wollten wir uns Eindrücke aus außereuropäischen Regionen verschaffen und haben in “Ozeanien” an einem Panel zu traditionellen medizinischen Praktiken in der Globalen Gesundheit teilgenommen. Die Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin auf nicht-übertragbare Krankheiten war dabei ein interessanter Aspekt, der uns nähergebracht wurde.

Am Abend fand die offizielle Eröffnung statt, auf der unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn gesprochen und betont hat, dass die Globale Gesundheit für ihn eine zentrale Rolle spielt. 

Über die Leitfigur der Eröffnungszeremonie - Alexander von Humbolt - gab es auch einige “fachfremde” Beiträge. Einer davon war ein Vortrag von der sehr passionierten Humbolt-Biografin Andrea Wulf, die mit dem Appell endete, über der trockenen Wissenschaft nicht die Schönheit des Lebens aus den Augen zu verlieren. 

Tag 2

Am zweiten Tag hörten wir eine interessante Keynote zum Thema "Transforming Human Capital". Es wurde davor gewarnt, dass auf der Welt bald 18 Millionen Mitarbeiter_innen im Gesundheitswesen fehlen werden und dass man dieses Problem nicht allein mit Geld lösen könne. Eine gute Ausbildung brauche  Zeit und die Einarbeitung neuer Leute sei personalintensiv. Dr. Julie Lyn Hall von der International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC) hob dabei hervor, wie immens wichtig die Arbeit von Freiwilligen und Angehörigen im Gesundheits- und Pflegebereich sei. Kein Gesundheitssystem könnte ohne sie überleben. Diese Arbeit gebe aber auch der anderen Seite etwas zurück, indem sie Menschen zusammenbringt und eine sinnvolle Aufgabe darstelle.

Darauf folgte ein anderes Panel, indem es um das Thema künstliche Intelligenz (KI) ging. Hierbei wurde festgehalten, dass KI am Anfang vor allem Routineaufgaben übernehmen werde, sie aber ein riesen Potenzial für Gesundheitssysteme mit wenig Ressourcen darstelle.

Der zweite Tag endete mit der World Health Summit Night. Nach Ernennung von UGANDA als Gastgeber des nächsten Regional Meetings gab es Musik und gute Stimmung mit einem DJ.

Tag 3

Am dritten Tag konnten wir wieder eine große Bandbreite an Themen bearbeiten. Besonders spannend war die Veranstaltung zu “health data as a global public good”, wo diskutiert wurde, wie mit der Erfassung von Gesundheitsdaten umgegangen werden solle und wer überhaupt Zugriff darauf haben solle. Ein Plädoyer für freien Zugang und ein freies Internet wurde seitens Nanjira Sambuli von der World Wide Web Foundation gehalten, die vom Gründer des Internets Tim Berners-Lee ins Leben gerufen wurde und beispielsweise einen Index erstellt, der den Einfluss des Internets auf die sozioökonomische und politische Entwicklung von Ländern auf der ganzen Welt darstellt.

Am Abend fand ein Netzwerktreffen des Global Health Hub statt, einer von der Bundesregierung gegründeten Plattform zur Vernetzung der Akteure aus den verschiedenen Sektoren, die mit dem Thema Globale Gesundheit zu tun haben. Bei dem Treffen wurde erklärt, was der Hub eigentlich ist. Die Mitarbeit im Hub geschieht vor allem im Rahmen von Arbeitsgruppen. Ein paar Beispiele dafür sind: AMR,Digital Health Literacy, Neglected Tropical Diseases - Outbrake, Warming and Response oder Global Mental Health.

Falls du dich für Themen der Globalen Gesundheit interessierst, schreib uns gerne an. Du brauchst kein spezielles Vorwissen, um dich zu engagieren. Durch den Beitritt der bvmd zum Global Health Hub werden wir uns viel mit diesen Themen beschäftigen. Außerdem haben wir das tolle Projekt GandHI, welches sich unter anderem für mehr Lehre in diesem Bereich einsetzt.